Von Mark Read 16
Eckart und der Altersunterschied

"Der klügste Deutsche 2011": Hat von Hirschhausen die Wahl beeinflusst?

Überraschend deutlich gewann gestern Abend Sebastian Runde die TED-Abstimmung im Finale der ARD-Show "Der Klügste Deutsche 2011". Abgesehen davon, dass es fragwürdig ist, das Publikum darüber entscheiden zu lassen, wer Klügster im Lande ist, hatten die 86,3 Prozent für Runde und gegen Michael Buscher vielleicht auch noch einen anderen Grund.

Eckart von Hirschhausen gehört zu den attraktivsten Moderatoren

Eckart von Hirschhausen gehört zu den attraktivsten Moderatoren

(© Getty Images)

Klick dich hier in die Bildergalerie >

Kurz bevor Moderator Kai Pflaume die Telefonleitungen freischalten ließ, damit die TV-Zuschauer entweden für Sebastian Runde oder Michael Buscher anrufen konnten, meldete sich Jurymitglied Eckart von Hirschhausen zu Wort. Der Comedian, selbst promovierter Mediziner und womöglich legitimiert für wissenschaftlich fundierte Aussagen, wies auf den Altersunterschied zwischen den Kandidaten hin. Auf der einen Seite der 26-jährige Runde, der sympathische und gutaussehende Student aus Duisburg, auf der anderen Seite der 44-jährige Michael Buscher, Versicherungskaufmann. Nicht nur optisch trennten die beiden Welten - hier lässiger Studentenlook mit offenem Karohemd, dort etwas biederer Anzug. Hirschhausen wollte auch noch einmal extra betonen, dass Runde sein Wissen ja in deutlich weniger Zeit angehäuft hatte als sein Kontrahent - dies solle man bei der Entscheidung bedenken.

Eine bewusste Beeinflussung? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Jedenfalls sprang niemand für Buscher in die Bresche. Sowohl im Halbfinale als auch im Finale hatte der 44-Jährige mit Wissen geglänzt, die etwas lächerlichen Praxistests ebenfalls durch die Bank souverän bestanden. Im Halbfinale hatte vor allem die Quotenfrau in der Jury, Judith Rakers, noch von Buscher und seinem Wissen geschwärmt, nun schwieg sie. Wenig später das überraschend deutliche Ergebnis des Telefonvotings: 86,3% für Sebastian Runde. Möglich, dass Hirschhausens Worte mit Buschers Demütigung gar nichts zu tun hatten. Vielleicht lag es daran, dass zu solch später Stunde (23:30 Uhr) nur noch partywütige Mädels wach waren, die natürlich für den James-Blunt-Verschnitt stimmten. Ein schaler Beigeschmack bleibt jedoch, und dazu eine sehr deutliche Niederlage, die dem witzigen Auftreten und bemerkenswerten Wissen Buschers nicht gerecht wird.

Dass Rundes Sieg verdient war, soll hier jedoch nicht in Abrede gestellt werden. Der Duisburger hat sich den Sieg bei "Der klügste Deutsche 2011" beileibe nicht erschlichen, sondern durch konstant gute Leistungen in den verschiedenen Disziplinen erarbeitet. Dass das Ergebnis am Ende so deutlich war, darf jedoch zumindest noch einmal erwähnt werden.


Teilen:
Geh auf die Seite von:

Gib hier deinen Kommentar ab!
HOHLFELD ,rainer 08. Nov. - 12:51 Uhr

HIRSCHHAUSEN HAT DIE WAHL BEEINFLUSST:

Peter 01. Nov. - 19:16 Uhr

Jung ist angesagt, und wer etwas älter ist, mit Halbglatze, kriegt gesagt: Guck mal, nicht mal 20% der Zuschauer mögen Dich! Das ist wirklich Dieter-Bohlen-Niveau, nur dass der Bohlen keine Fernsehgebühren verbrät.

Erler,Marianna 31. Okt. - 20:39 Uhr

Herr v. Hirschhausen hat eindeutig das Publikum beeinflußt!Beide Finalsieger waren gleichwertig und es ist unverständlich,dass nicht für den zweiten u. dritten Platz eine passende Lösung gefunden wurde.Es wird in anderen Show so viel Geld aus den Fenster geworfen.Die klugen Menschen,über Tage und Wochen getestet,hätten eine andere Ehrung verdient.Publikum o.k. aber nicht allein entscheidend - nochzumal wenn eine Beeinflussung erfolgte!

Nosbusch 31. Okt. - 14:55 Uhr

Die Zuschauer haben im Televoting vermutlich auf die Frage "Wem wünsche ich am ehesten den Gewinn?" geantwortet. Damit lag der sympathische Student - auch ohne Hirschhausens Promotion - eindeutig vor dem etwas biederen Angestellten!
Wenn die Regeln von vornherein klar waren, hätte Michael B. mit etwas Menschenkenntnis ahnen können, dass er bei einer solchen Abstimmung den Kürzeren ziehen würde. Er hat sich aber durch seinen Auftritt eine gewisse Popularität erarbeitet, die er -wenn er klug genug ist- erfolgreich vermarkten könnte.
Unklar ist mir aber dennoch, warum der Gewinner einen Preis von 100.000 € bekommt, alle anderen Kandidaten aber keinen Cent? Da hätte die ARD sich großzügiger erweisen können, z.B. 10.000 € für jeden Teilnehmer des Finales! Ansonsten fand ich die Show ziemlich anspruchsvoll und gelungen.

Edith 31. Okt. - 14:44 Uhr

Die Sendung sollte etwas kürzer und schneller sein,ansonsten hat sie mir gefallen.

Herrn von Hirschhausens Kommentare sollten etwas fairer einzelnen Kandidaten über sein.

Brainball 31. Okt. - 14:02 Uhr

Der Schluss der Sendung mit einer Abstimmung unter Teenies ist ja wohl eine Farce.
Auch das Parteiergreifen von Herrn von Hirschhausen ist absolut bedenklich.
Ich bin froh, dass ich über das Casting nicht hinweg gekommen bin.
Hätte ich vorher gewusst, dass nicht nach objektiven Kriterien der klügste Deutsche
gesucht wird, dann hätte ich mir auch den Weg zum Casting nach Köln sparen können.

Ich werde in Zukunft an keinem Wettbewerb mehr teilnehmen, wo im voraus nicht
bekannt ist, wie die Entscheidung gefällt wird.

Ich gratuliere Michael Buscher zu seiner tollen und einzigartigen Leistung, womit
er alle Konkurent(inn)en klar dominiert hat. Er ist für mich unter diesen Kandidaten
der Gewinner.

Frieda und Günter Lenser 31. Okt. - 13:29 Uhr

Es ist einfach lächerlich, dass der klügste Deutsche ohne Endkampf der letzten zwei Kandidaten, nur durch Publikumsabstimmung bestimmt wird! Außerdem war der Schlusskommentar des Herrn von Hirschhausen sehr unqualifiziert. Man kann die Leistung des 26-jährigen gegenüber der des 44-jährigen in diesem Wettbewerb nicht höher bewerten, mit der Begründung, der Jüngere hätte in kürzerem Lebensalter mehr Wissen angehäuft. Es muß schliesslich auch beachtet werden, dass bei der Beantwortung der Fragen auch viel Schnelligkeit gefordert wurde, wobei Jüngere gegenüber Älteren im Vorteil sind. Herr Buscher hat im Wettbewerb bis zum Schluss als Bester abgeschnitten. Deshalb halten wir das Endergebnis für ungerecht!

baeer 31. Okt. - 12:40 Uhr

Endlich mal eine Sendung mit Niveau und ohne Werbung. Herr von Hirschhausen hat seine eigene Meinung vertreten und hat damit die Zuschauer nicht beeinflußt.
Sollte es eine neue Staffel geben, so würde ich sie mir ansehen.

Mendweg 31. Okt. - 09:22 Uhr

Herr von Hirschhausen hat mit seiner klaren Wählermanipulation die Sendung eindeutig auf RTL-Niveau gestürzt. Gesucht war der klügste Deutsche - gewonnen hat nicht derjenige der als Erster am Ziel ankam, sondern derjenige der am nettesten gewirkt hat - jung, gutaussehend, schüchtern. Früher wäre eine solche Manipulation auf der ersten Seite der Zeitungen gelandet (Buntstiftfarben schmecken...) - heute ist das egal. Sehr enttäuschend - ich werde mir das ein zweites Mal sicherlich nicht ansehen.

ulrich 31. Okt. - 07:59 Uhr

man stelle sich vor bayern-münchen gewinnt gegen mainz 6:0 und die fernsehzuschauer dürfen per telefon abstimmen wer der bessere war!

wir haben uns 3 stunden gut unterhalten , waren 3 stunden gespannt dabei

mit der entscheidung das publium abstimmen zu lassen, wird doch die ganze sendung zu einer farce.

und der klügste geht leer aus!!

Gerhard 31. Okt. - 03:07 Uhr

Wer symphatischer ist,ist wohl eine Geschmacks-und Empfindungssache.Warum das Ergebnis so eindeutig ausfiel,ist mir ein Rätsel. Herr Buscher war ein souveräner und schnell antwortender Kandidat.Ein Symphathievoting
ist für den Titel der Sendung völlig unangemessen.Ein Stechen mit z.B. 10 oder 20 Fragen wäre für beide Kandidaten gerechter gewesen.Herr Hirschhausen hat als ``neutrales´´ Jurymitglied eindeutig Partei für den Studenten ergriffen ,das ist ungehörig und unfair.Das Alter spielt doch in diesem Fall keine Rolle.Überwiegend wurden doch Gegenwartsfragen gestellt. Beide Kandidaten waren sehr gut,aber der Titel ``Der klügste Deutsche ´´ ist wohl etwas unglücklich gewählt.Wir haben in Deutschland sicher viele kluge Menschen ,die weder gefragt wurden,noch haben sie sich beworben.Last,but not least sollte Herr Pflaume die Kandidaten nicht so`` vollquatschen´´ .Das war ja fürchterlich--auch für die Fernsehzuschauer.

Nordlicht 30. Okt. - 22:28 Uhr

Ich fand die Zuschauerabstimmung zum Schluss bei diesem Motto der Sendung lächerlich. Mir war vorher schon klar, dass der ja so sozial eingestellte junge Kandidat, der evtl. in die Entwicklungshilfe gehen will, gewinnen wird. Da ging es nicht mehr um Intelligenz oder Klugheit, sondern um Sympathie. Einfach dumm von den Machern der Sendung, Herr Hirschhausen setzte dem Ganzen die Krone auf, voll daneben.

Klaus Feller 30. Okt. - 20:29 Uhr

Wer hat sich den Schluss der Sendung "Der klügste Deutsche" nach RTL-Manier ausgedacht??! Eine ganz unbefriedigende Entscheidung und unfair zudem: Jeder weiß, dass im Fernsehen bei solcherart Publikumsabstimmungen die Attraktivität einer Person entscheidend ist - und dann unterstreicht Herr Hirschhausen auch noch, dass der Jüngere ja viel weniger Zeit gehabt habe Wissen zu erwerben! Schließlich nennt Kai Pflaume noch die Prozentzahl der Zustimmung - da fehlte wirklich jedes Fingerspitzengefühl Hoffentlich gibt es eine Entschuldigung bei dem Unterlegenen, der den Sieg mindestens ebenso verdient gehabt hätte. Hält die ARD wirklich so viel von der a la Korte-Klugheit der Vielen?

füßl 30. Okt. - 20:12 Uhr

über Klugheit kann man nicht abstimmen (weiß jedes Kind nur das ARD nicht):
Der bessere hat verloren. Der dumme Kommentar von Hrschhausen war überflüssig
Diese Sendung gehört gestrichen. Vergleichbar mit Schwiegertochter gesucht.
Höchstens eine Sendung für vertrottelte und vergreiste Politiker.

Jan 30. Okt. - 18:41 Uhr

Der Student hätte so oder so gewonnen - einfach, weil er viel sympathischer war als der andere Kandidat. Trotzdem finde ich es unfair, wenn ein Jurymitglied in auffälliger Weise, während das Voting läuft, Stimmung für einen Kandidaten macht, statt neutral zu bleiben. Abgesehen davon fand ich es schlecht durchdacht, durch ein Sympathievoting den Gewinner zu küren. Man hätte objektivere Maßstäbe anwenden sollen, z. B. ein Punktesystem, wer wie viele Aufgaben bestanden hat etc.

lebrecht 30. Okt. - 18:34 Uhr

Das merkwürdige Wahlergebnis ist für all jene unbefriedigend, die sich eine "echte" Entscheidung gewünscht hätten. Die Wahl zu einer Sympathiebekundung zu machen, hätte sogar Einstein, Goethe, Kant und Descartes chancenlos gelassen...
Die altväterlichen und zum Teil reichlich niveaulosen Bemerkungen von Herrn Hirschhausen haben vielleicht etwas bewirkt, hätten aber das Resultat nicht groß verändert. Mir tut der Unterlegene leid. Das Konzept müsste für die nächsten Runden dringend überarbeitet werden.

06. Dez. - 11:14 Uhr

Nur eingeloggt möglich.