Von Nils Reschke 1
Bundesliga-Vorschau

Der Gipfel der Emotionen: Wischt der BVB den Bayern eins aus?

Fußball gespielt wird am Samstag in der Bundesliga auf gleich sechs Plätzen. Aber kein Match findet solche Beachtung wie jenes ab 18.30 Uhr in München. Dann treffen sich die Bayern und Dortmund zum Gipfel der Emotionen.


Mit einem 4:0-Sieg von Fortuna Düsseldorf im Aufsteiger-Duell gegen Eintracht Frankfurt startete am Freitagabend bereits der 15. Spieltag der Bundesliga. Doch eine ganz andere Partie wird heute Abend alle anderen acht Matches komplett in den Schatten stellen.

Denn der deutsche Rekordmeister Bayern München empfängt den amtierenden Champions Borussia Dortmund ab 18.30 Uhr in der Allianz-Arena. Der BVB hatte den Bayern zuletzt zwei Mal die Meisterschaft vor der Nase weggeschnappt. Im Finale im DFB-Pokal in Berlin demütigten die Schwarz-Gelben die Münchner im Sommer beim 5:2-Erfolg ein weiteres Mal. Es verwundert also nun wirklich nicht, dass die Bayern gallig sind, es den Dortmundern endlich heimzuzahlen.

Die Voraussetzungen stehen jedenfalls gar nicht mal so übel. Denn der FCB führt aktuell die Tabelle in der Bundesliga unangefochten an. Elf Punkte beträgt sogar der Vorsprung vor der Borussia. Selbst eine Niederlage könnte die Mannschaft von Jupp Heynckes theoretisch verkraften. Anbrennen würde (vorerst) trotzdem nichts. Herbstmeister ist Bayern München ohnehin schon. Der schnellste aller Zeiten noch dazu. Aber sie brennen auf Wiedergutmachung, die Kicker von der Isar. Und sie werden den Akteuren aus Dortmund mit Sicherheit keinen Zentimeter schenken auf dem dem grünen Rasen der Allianz-Arena.

Auch unabhängig davon, dass dieser Bundesliga-Gipfel in Deutschland sportlich äußerst attraktiv und brisant ist, entpuppt sich das Duell zwischen den Bayern und Dortmund als echter Schlager rund um den Globus.

Dass die Allianz-Arena mit 71.000 Zuschauern restlos ausverkauft ist, verwundert weniger. Doch das Topspiel der 15. Runde in der Bundesliga wird auch in 203 Ländern live übertragen. Da tut sich selbst ein erfahrener Coach wie Jupp Heynckes schwer damit, die Dimensionen dieser Partie in Worte zu fassen: „Es ist schwer, da überhaupt noch Superlative zu finden.“ Die Zahlen im Vorfeld sprechen wohl für sich. Die Statistiken ebenso.

Denn in der Bundesliga hat Borussia Dortmund in den vergangenen vier Spielen jeweils eine Niederlage eingeschenkt. So etwas macht man nicht, das kränkt die Bayern in ihrer Ehre. Präsident Uli Hoeneß hat aus der Vergangenheit offenbar gelernt. Bevor es heute Abend wieder schief geht, wählt er lieber die kühleren Wort und poltert nicht auf den Rivalen los. Ein Insider wie Ottmar Hitzfeld, der schon Trainer bei den Bayern und auch in Dortmund war, kommt aber zu einer ganz anderen Einschätzung: „Es kocht in Uli Hoeneß, es brodelt.“ Kochen und brodeln wird unter Garantie ab 18.30 Uhr auch die Allianz-Arena in München. Die Münchner Meinung: Zwei Jahre ohne Titel sind genug. Freuen wir uns also auf den Showdown heute Abend. Mit einem Sieg wäre eine Vorentscheidung wohl gefallen.

Das „Vorprogramm“ bestreiten am Nachmittag ab 15.30 Uhr zehn anderen Teams in fünf Spielen. Bayer Leverkusen kann dann noch bevor die Borussia in München antritt den zweiten Platz mit einem Sieg gegen den 1. FC Nürnberg verteidigen. Ins Straucheln geraten ist zuletzt der FC Schalke 04, der gegen die Fohlen aus Mönchengladbach gefordert ist. Verfolger Eintracht Frankfurt stolperte schon gestern. Und bei einer Niederlage des BVB könnten die Schalker davon profitieren und im günstigsten Fall sogar wieder Rang zwei erobern. Für den FC Augsburg (gegen den SC Freiburg) und die Spielvereinigung Greuther Fürth (gegen den VfB Stuttgart) geht es hingegen einzig und alleine darum, wichtige Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.

Im Duell zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Hannover 96 hingegen wollen beide Teams weiter daran arbeiten, im nächsten Jahr europäisch zu spielen. Am Sonntag greift 1899 Hoffenheim gegen Werder Bremen ab 15.30 Uhr ins Geschehen ein. Den 15. Spieltag schließen dann um 17.30 Uhr im kleinen Nordderby der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV ab. Es ist also viel los in der Bundesliga, wenngleich die Bayern und der BVB alles in den Schatten stellen werden.

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