Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Der FC Schalke 04 träumt weiter von der Meisterschale

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: die Königsblauen vom FC Schalke 04.


In einer der Schalker Vereinshymnen lautet eine Zeile: „König bist du im Revier, königsblauer S04“. Doch das traf zumindest beziehungsweise ganz besonders in den vergangenen zwei Spieljahren eher nicht zu. Denn König im Revier war ausgerechnet der Intimfeind von Borussia Dortmund, dessen neue Erfolgsstory die Fans der Schalker mit Argwohn beobachteten. Nichts würden die Königsblauen sich sehnlicher wünschen, als in der Saison 2012/13 den BVB an der Spitze abzulösen. Das wird natürlich ein schweres Unterfangen – aber auch ein unmögliches?

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Die Leistungsträger, die den FC Schalke 04 verlassen haben hielten sich in Grenzen. Wenn überhaupt kann hier von einer Entschlackung des Kaders gesprochen werden, denn Akteure wie Peer Kluge, der zu Hertha BSC wechselte, oder Ciprian Deac, der sich dem rumänischen Spitzenclub CFR Cluj anschloss, wurden im „Pott“ einfach nicht mehr benötigt. Eine Ausnahme allerdings gibt es natürlich: „Senor“ Raul sagte den Königsblauen „Adios“. Ob und wie sein Weggang aufgefangen werden kann, wird sich noch erst zeigen. Hans Sarpei und Keeper Mathias Schober beendeten ihre Karriere, Mittelstürmer Mario Gavranovic, der bei S04 kaum zum Zuge kam, probiert sein Glück nun beim FC Zürich. Gleiches gilt für Jan Moravek, der zum FC Augsburg wechselte, und für Levan Kenia, der sich Zenit St. Petersburg anschloss. Carlos Zambrano wurde endgültig an den FC St. Pauli abgegeben, Tim Hoogland hingegen an den VfB Stuttgart ausgeliehen.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Der FC Schalke 04 hat sein Aufgebot behutsam und ganz gezielt ergänzt. Für die offensiven Außenbahnen wurden Tranquillo Barnetta von Bayer Leverkusen und Chinedu Obasi von 1899 Hoffenheim geholt. Letzterer war bereits ausgeliehen und kostet nun fünf Millionen Euro Ablösesumme. Dazu sicherte man sich die Dienste von Roman Neustädter von Borussia Mönchengladbach im defensiven Mittelfeld. Innenverteidiger Sead Kolasinac kommt aus der Jugend, sein bisheriger Weggefährte, Stürmer Philipp Hofmann, wurde erst einmal an den SC Paderborn ausgeliehen.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Mit dem dritten Rang und damit auch den direkten Einzug in die europäische Königsklasse konnten die Schalker in der Saison 2011/12 mehr als zufrieden sein. Die Knappen spielten unter Trainer Huub Stevens zwei ausgeglichen gute Serien mit ordentlichen Leistungen auch in Offensive und Defensive und in den Heimspielen. Luft nach oben bleibt allerdings noch in den Leistungen, die man in fremden Stadien präsentierte. Mit Klaas Jan Huntelaar, dem Torschützenkönig der vergangenen Saison haben die Schalker trotz des Abgangs von Raul offensiv alle Trümpfe in der Hand, zumal man sich sinnvoll auf den Außenbahnen verstärkt hat. Der S04 wird das Team sein, dass Dortmundern und Bayern noch am ehesten Paroli bieten kann. Aber ob man auch stark genug für den Titel ist? Realistischer sein dürfte: der FC Schalke wird Zweiter oder Dritter.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

„Ein Leben lang keine Schale in der Hand“, spotten die gegnerischen Fans immer wieder dann, wenn es gegen die Königsblauen geht. Tatsächlich hat man die Meisterschaft in der in dieser Saison 50-jährigen Geschichte der Bundesliga noch nie gewonnen. Deutscher Meister wurden die Knappen trotzdem sieben Mal – zuletzt allerdings 1958 mit einem 3:0-Endspielsieg gegen den Hamburger SV. Zwei Mal kam der Finalgegner übrigens aus Wien. Die Admira schlug man 1939 mit 9:0, First Vienna FC 1942 mit 2:0. Alleine daran lässt sich ablesen: Lang, lang ist es her mit der Meisterschaft.


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