Von Nils Reschke 0
DFL-Supercup 2012

Der FC Bayern München holt den ersten Titel der Saison

Der erste Titel der Saison 2012/13 wird traditionell seit 2010 und nach einer 14-jährigen Pause wieder mit dem DFL-Supercup vergeben. Eigentlich sollen sich hier dann der Pokalsieger und der Deutsche Meister gegenüberstehen – was sich in diesem Jahr bekanntermaßen etwas schwierig gestalten könnte. Denn Borussia Dortmund feierte das Double.


Also hieß der Gegner von Borussia Dortmund in der Allianz-Arena am Sonntagabend FC Bayern München, wenn man so will: der doppelte Zweite von 2011/12. Fünf Mal in Folge hatten die Schwarz-Gelben nun schon die Bayern in einem Pflichtspiel geschlagen. Die Elf von Jürgen Klopp hätte wohl nur zu gerne das halbe Dutzend gegen München voll gemacht. Aber daraus wurde im Supercup nichts. Denn der FCB präsentierte sich rund eine Woche vor der ersten Runde im DFB-Pokal und zwei Wochen vor Auftakt der 50. Saison in der Bundesliga schon in guter Frühform. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes besiegte den Deutschen Meister aus Dortmund am Ende mit 2:1 (2:0).

Der FC Bayern München legte in diesem Match los wie die Feuerwehr und als wolle er schon in der Anfangsphase seine Fans für alle Pleiten gegen den BVB in der jüngsten Vergangenheit entschädigen. Schon nach sechs Minuten hatte es das erste Mal eingeschlagen, als Franck Ribery über links schön mit dem Außenrist in die Mitte passte, wo Neven Subotic das Leder gewähren ließ und auch Mats Hummels gegen Bayerns Neuzugang Mario Mandzukic nicht energisch genug eingriff. Also machte der Kroate da weiter, wo er mit der Nationalmannschaft bei der EM 2012 aufgehört hatte: Er netzte zur schnellen Führung ein (6.). Doch die Bayern hatten noch nicht genug. Fünf Minuten später schon musste Roman Weidenfeller das zweite Mal hinter sich greifen. Bei Arjen Robbens Schuss hatte der BVB-Schlussmann noch das Glück des Tüchtigen, weil der Niederländer nur den Pfosten traf. Doch den Abpraller nutzte Thomas Müller, der den Ball mit aller Gewalt zum 2:0 in die Maschen wuchtete (11.). 2:0 für den FCB. Das war mal eine Ansage auf Bajuwarisch!

Und was war eigentlich mit dem Deutschen Meister los? Die Torschussquote bis zur Pause betrug 7:0 für die Bayern. Das sagt eigentlich schon alles. Borussia Dortmund fand in der ersten Hälfte quasi überhaupt nicht statt, was die Bayern-Fans höhnisch quittierten: „Und ihr wollt Deutscher Meister sein?“, schallte die Frage aus der Kurve direkt auf den grünen Rasen. Immerhin: Unmittelbar nach dem Seitenwechsel blühte der BVB etwas aus, kam zu seinen ersten zwei guten Gelegenheiten, wenn auch nur – das war symptomatisch – nach Standards. Erst köpfte Robert Lewandowski nach einer Ecke direkt auf die Fäuste von Manuel Neuer, kurz darauf bediente Reus per Freistoß Mats Hummels, dessen Kopfball knapp sein Ziel verfehlte. Auch die Bayern, die zuvor etwas das Tempo aus der Partie genommen hatten, zogen selbiges nun wieder etwas an. In der 65. Minuten ließ Arjen Robben mit einem sehenswerten Alleingang sein ganzes Können aufblitzen, ließ gleich vier Dortmunder links liegen, doch Roman Weidenfeller war bei dem platzierten Schuss die Niederländers auf der Hut.

So brach die Schlussphase an im Supercup – und endlich durfte auch Mario Götze ran, der dem BVB zuletzt wegen einer Bindehautentzündung gefehlt hatte. Auch Neuzugang Julian Schieber bekam noch eine Bewährungschance. Kaum war Götze auf dem Feld, brannte es auch schon lichterloh im Strafraum der Bayern, was ein seltener Anblick an diesem Sonntagabend war. Götze auf Reus, der Lewandowski suchte und auch fand, doch der Pole brachte den Ball nicht im Netz unter. So plätscherte das Match, das immer mehr einem Freundschaftsspiel glich, dem Ende und der FC Bayern seinem ersten Sieg entgegen. Bis Robert Lewandowski in der 76. Minute doch noch zuschlug, Dante stehen und Manuel Neuer keiner Chance ließ. Es stand nur noch 1:2, mehr aber sollte nicht mehr passieren, weil Julian Schieber kurz darauf knapp verzog und ein vermeintliches Handspiel in einer turbulenten, hektischen Schlussphase sind geahndet wurde.

Es war unter dem Strich eine ordentliche Vorstellung der Hausherren, die sich in den meisten Punkten schon in viel besserer Verfassung präsentierten als der Titelverteidiger aus Dortmund. Den Münchnern gehört nach dem 2:1-Sieg im Supercup der erste Titel. Auf BVB-Trainer Jürgen Klopp indes wartet trotz guter Schlussphase der Borussia noch ein ganzes Stück Arbeit, um bis zum 24. August sein Team in Meisterschaftsform zu bringen. Dann reist Werder Bremen zum Bundesliga-Auftakt in den Signal-Iduna-Park.


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