Von Nils Reschke 0
Frankreich liebt „Bébel“

Der ewige Draufgänger: Jean-Paul Belmondo wird heute 80!

Das Haar ist grau, ja fast schon weiß geworden. Von seinem Charme aber hat Jean-Paul Belmondo nichts verloren. Heute wird der Franzose 80 Jahre alt.


Regisseur Jean-Luc Godard war auf der Suche nach einem Schauspieler. Seine Wahl fiel schließlich auf den noch jungen wie unbekannten Jean-Paul Belmondo. Der sollte den Kleinkriminellen Michel spielen. „Außer Atem“ wurde zu einem Meisterwerk, „Bébel“ – wie ihn alle Franzosen bis heute noch kurz und liebevoll nennen – zum Star über Nacht. Heute feiert Jean-Paul Belmondo seinen 80. Geburtstag.

Das rasante Leben des französischen Schauspielers ist nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Vor zwölf Jahren erlitt Belmondo einen Schlaganfall. Seitdem ist er halbseitig gelähmt, musste das Sprechen erst wieder lernen. Doch wie in seinen Filmen blieb Jean-Paul Belmondo stets der Draufgänger, den nichts erschüttern konnte. Er rappelte sich auf, drehte 2008 seinen nächsten Film, mit dem sich der Kreis schloss. „Ein Mann und sein Hund“ – das war auch seine erste größere Rolle, als seine Karriere 1957 begann.

Noch vor wenigen Monaten trennten er und seine 40 Jahre jüngere Lebensgefährtin Barbara Gandolfi. Also stürzt sich Belmondo lieber wieder in die Arbeit, statt Trübsal zu blasen. Aktuell steht das Geburtstagskind, das heute stolze 80 Jahre alt wird, in einer Gangsterkomödie von Claude Lelouche vor der Kamera. „Bébel“ spielt darin einen in die Jahre gekommenen Verbrecher auf der Flucht. So etwas wie seine Paraderolle.

Denn den Draufgänger, den mimte Jean-Paul Belmondo mehr als nur ein Mal. Er war der Inbegriff des sympathischen Ganoven und Gauners, der Frauenherzen schwach werden ließ. Eine Art französischer James Dean, der sich vor Rollen nicht retten konnte. Heraus kamen am Ende fast 100 Kinofilme, dazu unzählige Theaterrollen. Jean-Paul Belmondo spielte an der Seite von Sophia Loren, etablierte sich neben Alain Delon zum wichtigsten französischen Schauspieler unserer Zeit.

Berühmt-berüchtigt war Jean-Paul Belmondo in seinen Action geladenen Kinofilmen aber vor allem auch dafür, dass er lange Zeit auf ein Double verzichtete. Die halsbrecherischen Stunts erledigte er höchstpersönlich. Erst eine schwere Kopfverletzung bei den Dreharbeiten zu „Der Boss“ brachten ihn zur Vernunft. Da war „Bébel“ aber immerhin auch schon 52 Jahre alt.

Seine Karriere startete Belmondo einst als Boxer. Schnell allerdings entschied er sich dann für den Beruf des Schauspielers. Nach seinen großen Erfolgen in den 60er und 70er Jahren hatte sich sein Publikum in den 80ern offenbar satt gesehen am ewigen Draufgänger. Kinofilme mit Belmondo waren nicht mehr gefragt. Kein Problem für „Bébel“, der dann sein Talent in diversen Theaterrollen unter Beweis stellte.


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