Von Nils Reschke 0
Steve Jobs

Das neue iPad und der Geist seines Erfinders

Steve Jobs wurde verehrt für seine Visionen und gefeiert für seine humorvollen und schlagkräftigen Auftritte im Rahmen der Produktpräsentationen. Jetzt ist der im Oktober verstorbene Jobs nicht mehr da – aber irgendwie lebt sein Geist doch weiter bei Apples Keynotes.


Dieser Mann ist nicht zu beneiden. Tim Cook heißt der neue Boss bei Apple. Ein guter Mann, ohne Frage. Doch der CEO hat auch ein Problem, das wohl jeder an seiner Stelle gehabt hätte: Er muss nun für den legendären Steve Jobs die sagenumwobenen Produkte des Unternehmens aus Cupertino präsentieren. Eine Mammut-Aufgabe, schließlich galt Jobs, der Anfang Oktober vergangenen Jahrs nach schwerer Krankheit verstarb, nicht nur als Visionär. Steve Jobs veränderte unser digitales Leben. Nein, er stellte es auf den Kopf, krempelte es um – auch für diejenigen, die gar kein Produkt von Apple besitzen.

Jobs präsentierte den iPod – und mobile Musikplayer waren auf einmal wieder in aller Munde. Er präsentierte das iPhone – und heutzutage kann man sich eine Smartphone ohne Touchbildschirm eigentlich nicht mehr vorstellen. Sein jüngstes „Baby“ war das iPad. Und seitdem boomt der Tablet-Markt, hat eine Nische gefunden, verdrängt immer öfter auch Notebooks. Das sind die Ideen, die Steve Jobs entwickelte. Der ehemalige CEO von Apple war aber auch ein hervorragender Entertainer. Wenn Apple zu einer Präsentation rief, dann hingen alle an seinen Lippen. Genau daran wird Tim Cook jetzt eben gemessen. So wie am Mittwoch, als er das neue iPad präsentierte. Das heißt exakt so, „The New iPad“ und nicht etwas iPad 3.

In San Francisco spüren Anwesende aber nach wie vor den Geist von Steve Jobs, der das Unternehmen mit seinen Visionen prägte. Ohne seinen iPod in Kombination mit iTunes wäre Apple heute wahrscheinlich pleite. Apple hält an Jobs Philosophie fest, das Produkt nicht schon im Vorfeld zu bewerben. In den Einladungen für Mittwoch stand etwas nur: „Wir haben da etwas, was Sie wirklich sehen müssen. Und berühren.“ Jobs bleibt eben allgegenwärtig, zumal er an der dritten Generation des iPads noch aktiv mitgearbeitet haben soll. Das neue iPad war keine technische Revolution, Cook längst nicht so spitzfindig als Entertainer. Aber Apple reicht das, um seine Vorherrschaft auf dem Tablet-Markt zu bestätigen. Es ist eben nicht so leicht, aus dem Schatten von Steve Jobs zu treten.


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