Von Stephanie Neuberger 2
Adel verpflichtet leider nicht

Das Gezerre um den Prinzessinnen-Titel

Warum wirkt es so, als sei der Adel in anderen Ländern wie Schweden, Spanien und Niederlande glamourös und in Deutschland peinlich? Ganz einfach, weil beim deutschen Adel Prinzen wie Frederic von Anhalt Schlagzeilen mit der Adoption von Bordellbesitzern machen.


Es war einmal ein junges Mädchen mit blonden langen Haaren, vollen Lippen und Brüsten, das ging nach Hollywood, um Prinzessin zu werden. Doch der Prinz war streng und wollte das Mädchen nicht zur Prinzessin machen, außer sie ändert ihr Benehmen. Und so reiste das Mädchen mit Tränchen in den Augen wieder nach Deutschland und der Traum vom Krönchen platzte.

Die Rede ist natürlich von Gina-Lisa Lohfink und Prinz Frederic von Anhalt. Nachdem die beiden erst die Adoption verkündeten, folgten schon bald die ersten Probleme. Überraschenderweise verstehen sich die beiden nicht. Prinz Frederic findet, wie er im Interview mit der „Bunte“ sagt, Gina-Lisa dumm und sie habe ein „billiges Auftreten“. Ich verkneife mir an dieser Stelle einen Kommentar. Nur eins: Gleich und Gleich gesellt sich gern und ich hätte gedacht, dass Frederic und Gina-Lisa sich eigentlich blendend verstehen müssten. Doch da hab ich mich scheinbar geirrt. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie beide die Medien lieben und vielleicht sind zwei Personen, die um die Aufmerksamkeit buhlen, zuviel. Wie dem auch sei, wird Gina-Lisa Lohfink keine Prinzessin. Doch eine Frage stellt sich mir dann doch. Warum macht sich Prinz Frederic von Anhalt plötzlich Sorgen um Niveau, Freizügigkeit und „billigen Auftreten“? Machte er doch bereits Männer durch eine Adoption zu Prinzen, die aus der Erotikbranche kommen. Er selbst kommentierte diese Tatsache gegenüber der „Bunte“ wie folgt: „Madam steckt bereits mit einem Bein tief in der Erotik. Zwei Bordellkönige in meiner Familie reichen. Dazu noch eine Pornoprinzessin wäre mir zu viel.“ Wir halten fest: „Bordellkönige“ als Prinzen sind okay, ein Mädchen, dass sich sexy und freizügig gibt, geht gar nicht. Diese Argumentation kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber ich bin auch keine Prinzessin oder möchte von Prinz Frederic von Anhalt adoptiert werden.

Viele werden sich sicherlich fragen und wundern, warum ich ausgerechnet dieser Geschichte die Royal-Kolumne widme. An dieser Stelle sei gesagt, dass sie weniger gewidmet ist als vielmehr dazu dienen soll, den deutschen Adel zu verteidigen. Denn leider fällt den meisten beim Gedanken an den deutschen Adel als erstes Prinz Frederic von Anhalt oder Prinz Ernst August und sein Prügel- oder Pinkelskandal ein.

Tatsächlich gibt es auch deutsche Adlige, die mit Skandalen und den Medien nur wenig am Hut haben. In der Öffentlichkeit präsent sind leider nur die, die auch mich regelmäßig zum Kopfschütteln und Fremdschämen zwingen. Ich persönlich finde es schade, dass der deutsche Adel wegen ein paar Ausreißern so einen negativen Stempel bekommt.


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