Von Nils Reschke 1
Late Night

Das Aus für Harald Schmidt am späten Abend

Em Ende konnte man sich nicht einigen. Und so zog Sat.1 dann einen Schlussstrich: Für die Harald-Schmidt-Show ist am 3. Mai Feierabend. Dann verabschiedet sich das „Lästermaul vom Dienst“ bei seinen Fans, die zuletzt nicht mehr ausreichend einschalteten.


Was haben wir schon gelacht. Zumindest die, die den Meister des bissigen Humors mochten. Denn Harald Schmidt polarisierte eigentlich schon immer. Seine Fangemeinde lag „Dirty Harry“ zu Füßen. Andere fanden Schmidt, sein Gehabe, seine Gags, die bisweilen unter die Gürtellinie gingen, einfach nur abartig. Wie dem auch sei: Der Privatsender Sat.1 hat offenbar genug gesehen von Harald Schmidt. Seine Show zu später Stunde wird eingestellt. Im Mai ist im wahrsten Sinne des Wortes „Schluss mit lustig“.

Warum sollte es Harald Schmidt eigentlich besser ergehen als TV-Moderator Thomas Gottschalk? Während Schmidt zu später Stunde seine Gags abfeuert, müht sich Gottschalk im Vorabend. Beide haben eines gemeinsam: schwache Quote. Die Sendungen seien gut, betonte Produzent Fred Kogel, „die Quoten waren es insgesamt noch nicht“. Und Sat.1 ist offenbar der Geduldsfaden gerissen. Am 3. Mai wollte sich Harald Schmidt mit seiner Show eigentlich in die Sommerpause verabschieden. Jetzt ist es ein Abschied für immer. Die Harald-Schmidt-Show ist am Ende.

Bei Sat.1 genoss der Late-Night-König lange Zeit Rückendeckung. Der Sender erweiterte sogar den Sendeplatz für seine Show, so dass Schmidt zuletzt sogar drei statt bisher nur zwei Mal unter der Woche lästern durfte. Doch der gewünschte Erfolg, die Fangemeinde noch mehr zu mobilisieren, stellte sich nicht ein. Die Quoten stiegen nicht, der durchschnittliche Wert beim relevanten Zielpublikum liegt für Sat.1 bei rund zehn Prozent. Diese Hürde meisterte der Meister eben nicht, weswegen Sat.1 nun die Reißleine zog. „Late Night der Extraklasse“ nannte Joachim Kosack, der beim Privatsender das Sagen hat, die Show, musste aber trotzdem Konsequenzen ziehen. „Schade“ entgegnete Harald Schmidt – und verschwindet von der Bildfläche.


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