Von Nils Reschke 0
EM 2012 Gruppe B

Dänemark hat 1992 im Kopf und das Viertelfinale vor Augen

William Kvist verdient beim VfB Stuttgart sein Geld. Bei der EM vertritt er die Farben Dänemarks – und träumt wie ein ganzes Land jetzt von einen Sommer, wie ihn die Skandinavier schon einmal erlebt haben. 1992 war das. Dänemark wurde sensationell Europameister.


Man kennt das ja von dem vermeintlichen Superstar. Im Match gegen Deutschland biss sich Cristiano Ronaldo die Zähne an der deutschen Defensive aus, auch weil Jerome Boateng den Portugiesen in Diensten von Real Madrid weichkochte. Von CR7 war wenig zu sehen. Zu hören da schon mehr: „Ein ungerechtes Ergebnis“, hatte der Superstar gesehen. Von seiner eher durchwachsenen Leistung sprach er nicht. Und so steht Portugal heute Abend ab 18 Uhr im städtischen Stadion von Lemberg gegen Dänemark mächtig unter Druck. Das vorzeitige Aus bei dieser EM 2012 in Polen und der Ukraine droht.

Dass die Nationalmannschaft von Dänemark durchaus in der Lage ist, gegen starke Gegner zu bestehen, das hatte die Auswahl von Nationaltrainer Morten Olsen gleich zum Auftakt bewiesen, als Michael Krohn-Dehli der alles entscheidende Treffer zum 1:0-Sieg gegen die Niederlande gelang. Schickt sich Dänemark also an, wie schon 1992, als man als Nachrücker Europameister wurde, für eine erneute Sensation zu sorgen? Alles scheint möglich, zumindest aber das Viertelfinale. Denn den Dänen fehlt dazu „nur“ noch ein Sieg, um auf Nummer sicher zu gehen. In dieser engen Gruppe B reicht womöglich auch schon ein Unentschieden.

Das Selbstvertrauen bei den Skandinaviern ist jedenfalls schon einmal ins Unermessliche gestiegen. „Wir haben überragend gespielt, aber natürlich auch ein bisschen Glück gehabt“, analysierte etwa William Kvist, der Akteur vom VfB Stuttgart, nach dem sensationellen 1:0-Sieg gegen die Holländer. Er weiß aber auch, dass „wir gegen die Portugiesen  einen sehr guten Tag erwischen“ müssen. „Dann können wir sie schlagen.“ Den sensationellen Coup seines Landes bei der EM 1992 erlebte Kvist damals noch im Sommerhaus der Eltern. Es gab Cola und Chips – wie sich das für ein Fußballspiel gehört. „Nach unserem Sieg ist mein Vater jubelnd durch den ganzen Garten gerannt. Ich hoffe, es wird wieder so ein Sommer.“


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