Von Franz Kaiser 0
Ronaldo, der Spieler

Cristiano Ronaldo: Die Kunst, ein Idol zu sein

Cristiano Ronaldo – ein Name, der polarisiert. Zu dem portugiesischen Superstar von Real Madrid hat nun wirklich jeder eine Meinung. Auch unser Fußball-Experte Franz Kaiser, der Ronaldo in den Mittelpunkt seiner aktuellen Kolumne rückt. Er fordert: Erkennt den Spieler, nicht die öffentliche Person!


Lassen wir doch einfach mal die Zahlen sprechen: 80 Tore in 75 Ligaspielen für Real Madrid. 84 Treffer für Manchester United in 196 Einsätzen in der Premier League. Und dann noch 31 mal Torjubel in der Champions League bei insgesamt 74 Spielen für beide Spitzenklubs. Es sind diese Zahlen, die belegen, dass Cristiano Ronaldo tatsächlich ein außergewöhnlicher Fußballer ist. Oft wird das ja vergessen, weil das öffentliche Image des Portugiesen seine Leistungen auf dem Platz überlagert.

Daran ist Ronaldo natürlich nicht ganz unschuldig. Niemand zwingt den 26-Jährigen, mit gegelten Haaren, teurem Schmuck und Markenklamotten herumzulaufen. Es ist seine freie Entscheidung, sich bei Freistößen zu postieren wie ein Westernheld kurz vor dem Pistolenduell. Und generell muss ihm klar sein, dass sein Auftreten auf andere einfach arrogant wirken muss. Doch all das ist nun mal nur Teil einer großen Show. Und niemand kann Cristiano Ronaldo absprechen, dass er reichlich zum Spektakel beiträgt.

Ganz klar ist der Portugiese der glamouröseste, schillerndste Fußballprofi unserer Zeit. Lionel Messi mag technisch der noch bessere Spieler sein, und das Duell der beiden Ballkünstler beziehungsweise ihrer Fanlager wird seit Jahren in der Öffentlichkeit ausgetragen. Doch vom Typ her ist Messi nunmal ganz anders gestrickt. Er ist brav – ohne Frage ein Genie am Ball, doch er polarisiert nicht. Deswegen bewundern die wenigsten Ronaldo-Verehrer gleichzeitig auch den kleinen Argentinier.

Bei Ronaldo gibt es nur ganz oder gar nicht. Das gilt sowohl auf dem Platz, wo er manchmal das gegnerische Team im Alleingang abschießt, um dann im nächsten Spiel komplett abzutauchen. Es gilt aber auch außerhalb. Seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind immer von großem Medienrummel begleitet, nie kann ein Cristiano Ronaldo unbeobachtet durch Madrid gehen. Das mag auch mit seiner attraktiven Freundin zusammenhängen – angeblich wollen Ronaldo und das russische Model Irina Shayk im nächsten Jahr sogar heiraten.

Keine Frage, der Junge von der portugiesischen Insel Madeira hat es weit gebracht. Er zählt zu den größten Spielern, die der Weltfußball je hervorgebracht hat. In zwei der stärksten Ligen der Welt zählte beziehungsweise zählt er zu den Besten. Doch die große Frage ist: Was wirkt stärker – Ronaldos meist überragende fußballerische Leistung oder sein polarisierendes öffentliches Image? Wenn er irgendwann einmal die Fußballschuhe an den Nagel hängt, wird man sich dann an seine Traumtore erinnern oder an die gegelten Haare? Ich persönlich wünsche mir ersteres.

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