Von Kati Pierson 0
Moonwalker

Cliff Richard: Schmetterlingsküsse rockten und rollten durch die Olympiahalle in München

Sir Cliff Richard gab ein Konzert in der Olympiahalle in München. Das klingt wie ein Tatsachenbericht. Doch was zum Kuckuck wird diesem Mann gerecht? Der Mann ist 73 Jahre und rockt über die Bühne wie ein 30 Jähriger. Es sitzt jeder Ton - und auch die Jeans - perfekt. Selbst 20 Jährige Girls schmachten ihn an.

Die Schlagzeile sagt schon alles. Sie sagt, dass selbst die Supportband "The Overtones" grandiose Musiker sind. Die mit einigen Hits aus ihrem neuen Album "Saturday Night Movies" die Zuschauer gekonnt auf den Abend einstimmten. So gab es die ersten Beifallsstürme schon 30 Minuten vor dem eigentlichen Highlight des Abends für "Runaway", "Can't Take My Eyes Off You" und "Gambling Man". Bei "Do you love me" fegte gar ein Hauch von Dirty Dancing durch die noch helle Olympiahalle.

"Still Reelin' and A-Rockin'" - Der Name ist Programm

Die Schlagzeile sagt aber auch, dass eine Legende in München gastierte: Cliff Richard. Zweifellos einer der größten Entertainer, den diese Welt zu bieten hat. 250 Millionen verkaufte Exemplare seiner 100 Alben, Konzerte rund um den Kontinent, Nummer-Eins-Hits in jedem Jahrzehnt seiner über 50-jährigen Karriere sprechen eine eindeutige Sprache.

Bereits beim ersten Titel "Still Reelin' and A-Rockin'" - dem Namensgeber der Tour - zeigt er, dass dieser Programm ist. Der Mann ist über 70 Jahre und rockt über die Bühne wie ein 30 Jähriger. Nicht nur drei Schritte - sondern zwei Stunden lang. Der Hüftschwung sitzt noch so perfekt, wie eh und je. Nach "My kinda life" legt er bei "Dreamin'" den ersten - und ganz sicher nicht den letzten - Moonwalk des Abends hin.

Gefühlvoll und witzig - ein echter Rock'n'Roller

Auch wenn "Mein deutsch ist kaputt" verstand es der Brite mit einigen Brocken deutsch und kleinen Anspielungen auf das Alter wie "Wenn sie diese Titel kennen, dann sind sie älter als sie aussehen" das Publikum charmant zu umgarnen. Mit viel Selbstironie präsentierte er voller Stolz seine beiden "Greatest Flops": "Miss you Nights" und "Ocean Deep". Und auch über den ESC wusste er viel zu berichten: "I sang twice! And I lost - twice!"

Doch es war ein Konzert und was gehört in ein solches? Große Hits! Cliff Richard hatte sie alle dabei. Während die Dunkelheit in die riesige Olympiahalle einkehrte und der schwarze Vorhang mit den vielen kleinen Sternen hinter Cliff Richard und Band seine volle Pracht entfaltete, erklangen "Living Doll", "Poetry in Motion", "Summer Holiday", "Move on", "Lucky Lips", "The young ones", "Devil Woman", "We don't talk anymore" und vieler der Coverversionen seines 100. Album "The Fabulous Rock'n'Roll Songbook".

Schmetterlingsküsse brachten München zum Schweigen

Das Highlight des Abends war der brandneue Titel "Schmetterlingsküsse". Dieser Titel treibt Tränen in die Augen und live wird dieses Gefühl noch überboten. Die größte Anerkennung des Münchner Publikums ist andächtiges Schweigen mit anschließendem tosenden Applaus und davon gab es am Dienstagabend in der Olympiahalle reichlich - nicht nur für die "Schmetterlingsküsse".

Am 30. Mai spielt Cliff Richard in Frankfurt am Main sein letztes Konzert der laufenden Tournee in Deutschland. Lassen sie sich diese Chance nicht entgehen. Der Mann ist nicht nur eine Legende er singt und tanzt auch immer noch wie ein junger Gott.


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