Nils 0
Kleines Nordderby

Claudio Pizarro: Wartet auf den Bremer Stürmer ein Nachspiel?

Bremens Stürmer Claudio Pizarro war im kleinen Nordderby gegen Hannover 96 in aller Munde. Er erzielte ein Tor, leistete eine Vorarbeit – und sich auch eine Tätlichkeit? Das ist die Frage, die nach den 90 Minuten im Weserstadion im Raum steht.


Claudio Pizarro ist der erfolgreichste ausländische Torjäger in der Bundesliga, der kürzlich Giovane Elber diesen Rekord wegschnappte. Bei Werder Bremen, wo einst seine famose Karriere begann, erlebt der Peruaner derzeit seinen dritten Frühling. Was „Pizza“ auch im kleinen Nordderby gegen Hannover 96 einmal mehr unter Beweis stellte: Ein wichtiges Tor zur 1:0-Führung, sein 16. Treffer schon in der laufenden Saison, dazu die Vorarbeit zum alles entscheidenden 3:0-Endstand durch Markus Rosenberg. Es war zudem das achte Mal, dass Claudio Pizarro einen Bremer Treffer einleitete in dieser Spielzeit. Ein perfekter Stürmer ist dieser Peruaner, an 60 Prozent aller Werder-Tore beteiligt, ein Schlitzohr, wie es im Buche steht. Aber bisweilen auch ein Hitzkopf. In Bremen bangen sie, dass eine Aktion aus der 49. Minute jetzt ein Nachspiel für den Südamerikaner haben könnte.

Was war geschehen: Nahezu alle Feldspieler hatten sich im Strafraum der Niedersachsen versammelt. Auch Pizarro und Gegenspieler Emanuel Pogatetz. Es wird gerangelt, gezerrt, dann gibt der Südamerikaner dem Österreicher eine Backpfeife. Konfrontiert mit den Fernsehbildern nach dem Spiel, spielt der Peruaner die Situation herunter, lacht, mimt den Unschuldigen: Nein, das sehe er jetzt so zum ersten Mal, die Szene käme völlig falsch rüber. Es sei keine absichtliche Ohrfeige gewesen. Ein echtes Schlitzohr eben – das so ein nachträgliches Wirken des DFB-Sportgerichts umgehen will? Pizarros Version der Situation lautete nach dem Schlusspfiff so: „Er hält mich, ich versuche mich zu befreien und treffe ihn.“  Aber ob das als Erklärung reichen wird?

Fest steht: Trifft Claudio Pizarro nicht, dann hat es Bundesligist Werder Bremen schwer, überhaupt zu gewinnen. So wie in den letzten beiden Matches gegen den 1. FC Nürnberg und bei Hertha BSC, die beide 0:1 verloren gingen. Bremens Manager Klaus Allofs meinte hinterher, er glaube nicht daran, dass etwas passiert. Aber Fakt ist auch, dass es nicht die erste Entgleisung dieser Art für den Südamerikaner war. Beim FC Bayern München rammte er seinen Ellbogen in Holger Badstubers Magengrube. Auch damals sah der Schiedsrichter wie am Sonntagnachmittag im Weserstadion die Aktion nicht. Damals blieb der DFB untätig. Und dieses Mal? Fakt ist: Beim nächsten Auswärtsspiel geht es ausgerechnet zum Deutschen Meister nach Dortmund. Da wird Claudio Pizarro mehr denn je gebraucht.


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