Von Nils Reschke 0
Champions League

Claudio Pizarro und Philipp Lahm nehmen OSC Lille auseinander

Erik Meyer, der ehemalige Bundesligastürmer, analysiert mittlerweile bei Sky die Spiele als Experte. Das tat er auch am Mittwoch vor dem Bayern-Match. Und dann gab er seinen Tipp ab: „München gewinnt 5:0!“ Ungläubiges Staunen in der Runde der weiteren Experten. Doch die klatschten Meyer in der Pause bereits Beifall: Denn schon zu diesem Zeitpunkt hatten die Bayern wie entfesselt fünf Treffer vorgelegt.


„Ein Schuss, ein Tor, die Bayern, die Bayern!“ So lautet einer der Schlachtrufe des Münchner Anhangs. Doch dieser war am Mittwochabend etwas untertrieben. Denn am vierten Spieltag in der Champions League waren die Kicker vom FC Bayern München gegen den völlig überforderten OSC Lille lange auf dem nächsten Rekordkurs. 5:0 stand es bereits zur Pause, 6:1 dann „nur“ nach dem Abpfiff, weil der FCB eben auch clever ist. Kräfte und Ressourcen schonen für die Bundesliga – so hätte man Durchgang zwei ebenfalls zusammenfassen können. Am Samstag gastiert Aufsteiger Eintracht Frankfurt in der bayrischen Landeshauptstadt. Und der sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Die Adlerträger überraschten in der bisherigen Spielzeit weitgehend mit tollem Kombinationsfußball.

Doch zurück in die Allianz-Arena, wo der erste Schuss von Bastian Schweinsteiger nach fünf Minuten gleich im Netz zappelte. Was danach passierte, war einfach nur hochklassige Fußballkost. Ein Mann spielte sich dabei in den Fokus, der sonst eher seine letzten Tage als Fußballprofi auf der harten Münchner Ersatzbank verbringt: Claudio Pizarro. Das peruanische Schlitzohr erzielte an diesem Abend gleich drei der sechs Tore. Das 2:0, das 4:0 – und auch das 5:0. Und da waren gerade einmal erst 33 Minuten gespielt! „Wir haben einen richtigen Lauf“, frohlockte auch Kapitän Philipp Lahm, der ebenfalls eine überragende Vorstellung ablieferte und die letzten drei der sechs Treffer allesamt vorbereitete. „So kann es weitergehen“, meinte Lahm später – und die Bayern-Fans erhoben keinen Einspruch.

Für das zwischenzeitliche 3:0 hatte Arjen Robben mit einem direkt verwandelten Freistoß gesorgt. Auch das Urteil des Niederländers fiel deswegen durchweg positiv aus: „Im Moment läuft alles super. Die erste Halbzeit war vom Allerfeinsten.“ Nachdem der OSC Lille, der einem im ersten Abschnitt fast schon leid tun konnte, nach der Pause immerhin das 1:5 durch Salomon Kalou erzielt hatte, stellte Toni Kroos mit dem 6:1-Endstand den alten Abstand wieder her. Nur einer entpuppte sich hinterher als Spielverderber. Trainer Jupp Heynckes meinte: „Man muss dieses Spiel relativeren. Der Gegner war nicht erste Klasse, gegen Frankfurt wird es schwieriger.“


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