Von Nils Reschke 0
Djesus Uncrossed

Christoph Waltz trifft nicht den Humor aller US-Amerikaner

Wie könnte es aussehen, wenn Jesus Christus höchstpersönlich Rache an seinen Peinigern nimmt? Christoph Waltz hat da seine ganz eigene Vorstellung und eckt mit einem fiktiven Trailer zu einem ebenfalls fiktiven Splatterfilm „Djesus Uncrossed“ an.


Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Das gilt ganz besonders in den Vereinigten Staaten, wo es längst zu guter, alter Sitte geworden ist, dass sich Prominente selbst gerne aufs Korn nehmen und nicht mit einer gehörigen Portion Selbstironie geizen. Prädestiniert dafür sind geradezu die Late-Night-Formate wie etwa auch die Show „Saturday Night Live“. Und weil der deutsch-österreichische Schauspieler Christoph Waltz es in den USA mittlerweile dank seiner Rollen in diversen Streifen von Quentin Tarantino zu Weltruhm gebracht hat, dachte er wohl, es sei eine gute Sache und an der Zeit, sich auch mal gehörig selbst auf die Schippe zu nehmen.

Das Problem ist nur: Waltz scheint für einen Großteil der Bevölkerung über das Ziel hinausgeschossen zu haben. Der Schauspieler ist in einer Parodie auf den Hollywood-Blockbuster „Django Unchained“ als Jesus in einem fiktiven Trailer zu sehen, der vorgaukelt, das neueste Meisterwerk von Tarantino mit dem Titel „Djesus Uncrossed“ zu sein. Waltz alias Jesus Christus nimmt darin blutige Rache und lässt in der Parodie Baseballschläger und Schwert gleichermaßen schwingen, untermalt durch den Einsatz eines Maschinengewehrs. Und um seine Rache perfekt zu machen, räumt der „falsche Jesus“ auch noch Judas aus dem Weg. Klar, dass dabei wie bei Quentin Tarantino üblich, reichlich Blut fließt.

Den Christen in den Vereinigten Staaten geht das allerdings zu weit. Sie gehen auf die Barrikaden, während Christoph Waltz die Aufregung um seinen satirischen Trailer, der in „Saturday Night Live“ zu sehen war und auch auf YouTube veröffentlich ist, nicht ganz nachvollziehen kann. Als habe er die Aufregung um die Satire geahnt, wird am Ende der zweieinhalb Minuten noch auf den Film „Die Passion Christi“ angespielt, einem Film von Mel Gibson, der damals wegen seiner brutalen Szenen heftig in der Kritik stand. Ob dieser Film Christoph Waltz eher hilft oder dann doch im Weg steht, bleibt im bisweilen recht prüden Amerika abzuwarten. Waltz ist für seine Rolle in „Django Unchained“ bei den Oscars 2013 abermals in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ nominiert.


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