Von Stephanie Neuberger 0

Christoph Waltz: Der späte Ruhm in Hollywood

Christoph Waltz ist in Hollywood ein bekannter Name. Doch dies ist er allerdings erst seit den letzten drei-vier Jahren. Seit seinem Oscar für "Inglourious Basterds" ist er eine Größe in Hollywood und beweist mit seiner erneuten Oscarnominierung, dass er keine Eintagsfliege ist.


Christoph Waltz hat keine klassische Hollywoodkarriere hingelegt und doch wirkt seine Karriere wie von Hollywood erdacht. Dass der 56-Jährige ein guter Schauspieler ist, war hierzulande bereits klar, bevor er 2010 den Golden Globe und den Oscar für „Inglourious Basterds“ bekam.

Jetzt weiß aber auch das internationale Filmbusiness, dass er ein großartiger Darsteller ist. Zu verdanken hat Christoph seinen Erfolg nicht nur seinem Talent, sondern auch Quentin Tarantino. Er hat ihn immerhin für „Inglourious Basterds“ besetzt und ihm damit die Tore nach Hollywood geöffnet.

Seitdem gehört der 56-Jährige zur Riege der Hollywood-Stars und könnte im Februar seinen zweiten Oscar gewinnen. Wieder für eine Rolle in einem Quentin Tarantino Film. Spätestens seit „Django Unchained“ zweifelt wohl keiner mehr daran, dass die beiden ein Dreamteam sind. Ich würde mich nicht wundern, wenn „Django Unchained“ nicht der letzte gemeinsame Film der beiden bliebe. Mir ist Christoph Waltz unheimlich sympathisch und ich gönne ihm nicht nur seinen Erfolg, sondern bin auch fest davon überzeugt, dass er ihn verdient. Bei der kommenden Oscarverleihung drücke ich ihm die Daumen.

Waltz hat eine späte Hollywood-Karriere gemacht, was vielleicht auch ein paar Vorteile hat. Denn viele Schauspieler, die in jungen Jahren in Hollywood Erfolge feiern, bekommt der Rummel nicht sonderlich gut. Einige verfallen Drogen und Alkohol und machen plötzlich mit Partys und Fehltritten Schlagzeilen und nicht mehr mit ihrem Job.

Ich wage zu prophezeien, dass Christoph Waltz ein solches Schicksal nicht blüht. Er ist erwachsen, weiß was er will und kann und ist auch nach seinem Erfolg auf dem Boden geblieben. Sicherlich ein Umstand, den er seinem Alter und seiner gefestigten Persönlichkeit und Professionalität zu verdanken hat. Während sich andere Schauspieler über Jahre hinweg in Hollywood abrackern, um ganz nach oben zu kommen, passierte es dem 56-Jährige beinahe über Nacht. Kein Wunder, dass der Schauspieler in manchen Interviews selbst überrascht über seinen Erfolg wirkt.

Meiner Meinung nach ist es sehr schade, dass nur wenige Schauspieler, die nicht aus den USA oder aus England stammen, in Hollywood besetzt werden. Denn Christoph Waltz ist auch ein Beispiel dafür, dass es außerhalb der amerikanischen Landesgrenzen tolle Darsteller gibt.

Leider werden diese auch oftmals von der Academy missachtet. Vielleicht ebnet der Schauspieler den Weg dafür, dass fremdsprachige Darsteller in Hollywood Beachtung finden. Im Zuge der Globalisierung wird es Zeit, dass die Besetzungsliste der Darsteller bei US-Produktionen internationaler wird. Dies wäre doch eine wünschenswerte Entwicklung.


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