Von Milena Schäpers 0
Kritik

Christian Ulmen in "Wer's glaubt wird selig"

Christian Ulmen als Hamburger im bayerischen Exil: In dem Film „Wer’s glaubt wird selig“ bringt Marcus H. Rosenmüller wie schon zuvor in „Wer früher stirbt ist länger tot“ schwarzen Humor mit urigem Charme zusammen.


Der Erstling von Rosenmüller „Wer früher stirbt ist länger tot“ feierte große Erfolge und begeisterte selbst Zuschauer, die außerhalb des Freistaates Bayern wohnten.

In seinem neuen Film „Wer’s glaubt wird selig“ behält Rosenmüller den Charme des modernen Heimatfilms und setzt einen Hamburger, der von Christian Ulmen gespielt wird, einer bayerisch-bösen Satire aus.

In dem Film geht es um Georg (Christian Ulmen), der in einem öden spießigen Skiort namens Hauzenberg lebt, indem schon länger nichts mehr los ist. Der Tourismus verabschiedete sich bereits vor einigen Jahren wegen dem fehlenden Schnee im Dorf. Wohl die Schuld des Klimawandels, doch manche Dorfseelen glauben an die unterlassene Hilfeleistung Gottes. Seine Frau Emilie (Marie Leuenberger) und der Wirt müssen daraufhin noch einen weiteren Schock erleben. Georgs religionsfanatische Schwiegermutter wird von einem ihrer riesigen Jesuskreuze erschlagen. Da kommt Georg eine Idee: Daisy muss heiliggesprochen werden, um die Touristen anzulocken. Er verzwickt sich in manche absurde Situation und lässt keine kreative Idee aus, um den Prüfer (Fahri Yardim) von dem Wirken der heiligen Daisy im Dorf zu überzeugen. Ein Wundererfinder spinnt einen absurden Plan.

Auch wer keinen Bezug zur bayerischen Kultur hat, wird an dem Film seine Freude haben. Mit einer skurrilen Darstellungsweise und einer bitterbösen satirischen Ader wird das katholische Dorf doch liebevoll auf die Schippe genommen. Jede Figur zeichnet Rosenmüller mit Herz und schafft es komische Dialoge nicht zu überreizen. Er vermeidet so den lächerlichen und überspitzten Humor, den man sonst von deutschen Filmen gewohnt ist.

 

Der Film ist auf jeden Fall eine erfrischende Parodie, der das Zeug dazu hat, den Erstling „Wer früher stirbt ist länger tot“ vom bayerischen Dorfe zu übertreffen.


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