Von Kati Pierson 0
Heute noch "Bravo!"

Christian Franke: Von der „Hölle“ in die U-Bahn und zu Udo Jürgens

Christian Franke wurde mit Schlagern zu NDW-Zeiten ein Star. „Ich wünsch Dir die Hölle auf Erden“, „Was wäre, wenn …“ und „Wenn Du gehst, stürzt nicht der Himmel ein“ sind heute Kult. An der Seite von Edward Simoni kam er 2012 endgültig zurück und platzierte das gemeinsame Album „Leben“ auf Anhieb in den Top 30.

Christian Franke feierte 1981 mit "Ich wünsch Dir die Hölle auf Erden" seinen Durchbruch

Christian Franke feierte 1981 mit "Ich wünsch Dir die Hölle auf Erden" seinen Durchbruch

(© Jan Weskott / Sony Music)
Christian Franke mit neuer Single "Du machst mich verwundbar"

Christian Franke mit neuer Single "Du machst mich verwundbar"

(© Jan Weskott / Sony Music)

Klick dich hier in die Bildergalerie >

In einer Zeit, als die Neue Welle längst den Schlager abgelöst hatte, schaffte es ein Mann mit einer 4 ½ Oktaven-Stimme 400.000 Einheiten eines einzelnen Liedes zu verkaufen. 26 Wochen hielt sich 1981 die „Hölle“ in den Media Control Charts. Der Sänger Christian Franke wurde über Nacht zu einem Star.

Christian Franke verfolgt von zwei Schulklassen

Doch wie war das damals? Was war das für ein Gefühl? Wir haben die Frage noch nicht ganz gestellt, da plaudert der Sänger auch schon los. Mit der Begeisterung in seiner Stimme können wir uns alles bildlich vorstellen. "Es war im Dezember 1981 bei Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade. Ich bin überraschend reingekommen, weil einer abgesagt hatte. Zu dem Zeitpunkt war ich aber erkältet, nur mit viel Glück konnte ich den Auftritt machen. Danach war nichts mehr so wie vorher. Ich hatte in der Bravo Homestories und Poster und die Plattenverkäufe gingen steil nach oben. Aber ich bin damit eigentlich gut klar gekommen. Es war eine ganz aufregende Zeit."

Aber was hatte der plötzliche Erfolg jetzt mit der Münchner U-Bahn zu tun? "Es war Anfang 82. Ich hab zu der Zeit in München gewohnt. Ich kaufte Gemüse und auf einmal waren da zwei Schulklassen ca. 50 Leute. Die sahen mich und kreischten los. Ich dachte nur: 'So muss das gewesen sein mit den Beatles'! Ich war nicht rasiert, die Haare nicht gestylt und lief los. Die sind gerade aus der U-Bahn gekommen und jedes Mal, wenn ich jetzt die Münchner U-Bahn sehe, dann muss ich an dieses Erlebnis und die tolle Zeit denken." Schade, dass man unser Kopfkino nicht bei YouTube hochladen kann.

Christian Franke begeistert von Udo Jürgens

"Es war eine wirklich tolle Zeit", schwärmt Christian Franke weiter. "Man hat viel gelernt und erlebt. Ich hab die Stars aus der Nähe gesehen und festgestellt, je größer der Star, desto normaler und menschlicher war er. So bodenständige Menschen habe ich selten erlebt. Sie waren so normal wie Hausmeister und Angestellte."

Ende der 80er Jahren wurde es dann ruhig um den Sänger. Doch nicht, weil Platten floppten. Christian Franke erkrankte. Trotzdem verlor er nie den Lebensmut. Sein Sohn erblickte 1996 das Licht der Welt und er blieb weiterhin als Produzent tätig. Eine Produktion mit Udo Jürgens fiel auch in diese Zeit. "Er hat mich gefragt, ob ich mit ihm produzieren möchte, was für mich eine riesen Ehre war. Aber so konnte ich auch erleben, wie er arbeitet. Für ihn steht die Kunst im Mittelpunkt. Da kommt kein Titel auf die CD, wenn nicht wirklich jedes Wort für ihn stimmt. Und trotz der vielen Hits brennt dieser Mann immer noch. Das ist einfach grandios." lobt der Sänger dieses "Jahrhundert-Phänomen".


Teilen:
Geh auf die Seite von: