Von Mark Read, Maria Anderl 0
Zur ZDF-Verfilmung

Cecelia Ahern im Interview: "Ich werde schreiben, bis ich sterbe"

Am 02. März zeigt das ZDF die zweite Cecelia-Ahern-Verfilmung innerhalb eines Monats. Nachdem "Zwischen Himmel und hier" am 09. Februar über sechs Millionen vor die Schirme lockte, soll nun "Mein ganzes halbes Leben" an den Erfolg anknüpfen. Wir sprachen mit der irischen Bestseller-Autorin Cecelia Ahern über die Verfilmungen und über ihr Leben als Schriftstellerin.

Cecelia Ahern

Cecelia Ahern

(© Getty Images)

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Woher stammt die Idee für die beiden Geschichten beziehungsweise das Buch?
Das ZDF trat an mich heran und hatte bereits sehr klare Vorstellungen davon, welche Art von Geschichte es sein sollte. Sie wollten Charaktere zeigen, die zu sich selbst finden, also schrieb ich etwas in dieser Richtung. Zum einen die Geschichte mit der Adoption, und zum anderen die Story, wie eine Frau einen Mann vom Selbstmord abhält und davon überzeugen will, dass das Leben doch lebenswert ist. Und die sich dann selbst in das Leben und in den Mann verliebt.
Aber eigentlich habe ich mich hier vom Film "Up in the air" mit George Clooney inspirieren lassen. Sein Job ist es, Firmen zu besuchen und Angestellte zu feuern. Seinen Charakter fand ich sehr interessant. Jeden Tag so etwas Negatives zu tun. Dann dachte ich mir: Warum nicht jemanden erschaffen, dessen Job es ist, andere Leute davon zu überzeugen, dass das Leben schön ist?

Sind es immer die selben Dinge, die Sie zu Ihren Geschichten und Büchern inspirieren?
Bei meinem vorigen Buch "Hundert Namen" waren es die "MTV Awards". Ich hörte, wie eine Schauspielerin sagte: Hier ist ein Einspieler zu meinem neuen Film "One hundred names". Ich dachte mir, das ist ja ein toller Titel, worum kann es da wohl gehen? In meinem Kopf habe ich die ganze Geschichte durchgespielt, und erst am Ende ist mir dann aufgefallen dass der besagte Film "The Hunger Games" heißt. Ich habe mich also total verhört, aber so die Inspiration bekommen. Sehr seltsam.

Haben Sie die beiden ZDF-Filme, die ja auf Deutsch sind, eigentlich gesehen? Wurden sie extra für Sie übersetzt?
Ja, ich habe beide auf Deutsch gesehen. Ich war auch oft am Set, sie haben ja den ganzen Sommer über in Irland gedreht. Von dem, was passierte, habe ich erstaunlich viel verstanden, weil die Schauspieler unglaublich gut sind. Und weil ich natürlich das Skript auswendig kenne.

Also wissen Sie auch in der deutschen Version immer, was gerade passiert?
Ja, in jeder Szene. Es ist großartig, wie die Emotionen nicht nur durch die Wörter transportiert werden. Das zeigt, wie gut die Schauspieler sind. Ich spreche kein Deutsch, aber ich verstehe die Gefühle und was die jeweilige Einstellung gerade ausdrücken soll.  

Die Filme gefallen Ihnen also?
Sie gefallen mir sehr. Ich bin wirklich aufgeregt deswegen. Ich würde mir wünschen, dass die Leute zu Hause in Irland die Filme auch sehen könnten.

Sind Sie traurig, wenn Sie mit einem Buch fertig sind?
Oh ja, dann weine ich wahre Sturzbäche. Ich arbeite so hart an den Büchern, von Januar bis Juni, immer Montags bis Freitags wie ein normaler Arbeitnehmer. Gegen Ende hin hetze ich mich dann immer ab, weil ich es nicht erwarten kann, meine Figuren auf den Weg zu schicken. Doch es macht mich gleichzeitig auch sehr traurig, weil ich sie nie wieder sehen werde. Das heißt, bei den letzten Kapiteln heule ich immer ziemlich und genehmige mir zum Trost ein Glas Champagner, wenn ich fertig bin. Außer während meiner Schwangerschaft, da musste Orangensaft reichen.

Wie lange wollen Sie mit dem Schreiben noch weitermachen?
Das Schreiben ist gleichzeitig meine Leidenschaft und mein Hobby. Wenn ich gerade nicht an einem Roman arbeite, schreibe ich mir trotzdem Ideen als kurze Geschichten auf. Nur für mich, zum Spaß, und auch als Therapie. Wenn ich viel Stress habe, ist es für mich oft am Besten, Dinge niederzuschreiben. Also, egal ob ich Bücher veröffentlichen kann oder nicht: Ich werde so lange schreiben, bis ich sterbe, denn das ist mein Weg, mit den Dingen klar zu kommen.

Sind noch weitere Verfilmungen geplant?
Ja. Gerade eben erst wurde "Für immer vielleicht" verfilmt. Es ist eine Hollywood-Produktion mit Lily Collins und Sam Claflin in den Hauptrollen und wird noch dieses Jahr in die Kinos kommen. Regie führte übrigens ein Deutscher, Christian Ditter - ein großartiger und sehr talentierter Mann.  

In der Verfilmung von “P.S Ich liebe dich” spielten Hilary Swank und Gerard Butler die Hauptrollen. Haben Sie die beiden Schauspieler kennengelernt?  
Ich habe sie des öfteren getroffen. Wirklich tolle Leute. Vor allem Gerard kenne ich mittlerweile sehr gut, weil er sich mit meinem Ehemann angefreundet hat und sie einige Male zusammen weggegangen sind. Er ist ein sehr charmanter und warmherziger Mann, genau wie sein Charakter im Film. Es war auch toll, Hilary beim Arbeiten zuzusehen. Die ganze Schauspieler-Regie bei dem Film war super und so was von nett.  

Also mögen Sie den Film? Er unterscheidet sich ja doch an einigen Stellen sehr vom Buch.
Also, so lange das Herz der Geschichte noch da ist und die Charaktere die selben sind, ist für mich alles in Ordnung. Ich kenne mich ja mit Verfilmungen aus, und habe überhaupt kein Problem damit, wenn andere Leute die Geschichten anderes interpretieren - solange sie es liebevoll tun.

Wird es 2014 ein neues Buch von Ihnen geben?
Erst vor wenigen Wochen habe ich mit dem Schreiben begonnen. Natürlich werde ich immer mal wieder abgelenkt, aber der Plan ist, dass im Oktober oder November ein neues Buch erscheinen soll.  Bis jetzt hatte ich ja jedes Jahr ein neues Buch - zehn Stück in zehn Jahren. Das ist eine ganze Menge, aber das Schreiben ist nun mal mein Vollzeit-Job. Und ich schreibe schnell, also ist das ideal für mich.

Wie schwierig ist es, gleichzeitig zweifache Mutter und Schriftstellerin zu sein?
Ich würde nicht sagen, dass es leicht ist. Sogar ohne einen "Zweitjob" ist das nicht leicht. Aber es ist auf jeden Fall zugleich großartig und schwierig. Ich musste meine Arbeitszeiten an das Mutter-Dasein anpassen. Das war manchmal hart. An manchen Tagen klappt alles wunderbar, und an anderen Tagen denkt man: 'Ich mache überhaupt nichts richtig.'. Aber das Problem kennt wohl jede Mutter. Hoffe ich zumindest.

Zu guter letzt möchten wir noch wissen: Seit wann tragen Sie einen Pixie-Cut?
Die wichtigste Frage (lacht). Seit zweieinhalb Jahren.

Sie sind also Trendsetterin?
Klar, Jennifer Lawrence hat mich kopiert. Sie hatte vermutlich die selben Gründe wie ich. Ich habe irgendwo gelesen, dass sie ihre Haare kurz geschnitten hat, weil sie vom dauernden Färben in einem schlechten Zustand waren. Genau so war es bei mir auch - es hatte keine Mode-Gründe.

Hier geht es zu unserem Interview mit Yvonne Catterfeld zur erstem ZDF-Film "Zwischen Himmel und hier"

Das Interview führte Maria Anderl


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