Von Nils Reschke 0
Die Toten Hosen

Campino spricht Klartext: „Industrie hat sich dumm und dusselig verdient“

Seit 30 Jahren nun schon gibt es die Punkrocker von den „Toten Hosen“, seit 30 Jahren ist Campino der Frontmann. Der mittlerweile 49-Jährige sieht die ganzen Diskussionen ums Urheberrecht im Internet gelassen, wohltuend relaxed. Denn er weiß auch, dass die „Hosen“ dem Markt jede Menge zu verdanken hat. Nicht alles sei immer schlecht.


Seit geraumer Zeit wird eine hitzige Diskussion um die Urheberrechte im Internet geführt, die von der Piraten-Partei erst so richtig angeheizt wurde. Sven Regener, Sänger der Band „Element of Crime“ und zudem erfolgreicher Buchautor („Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“), traute sich als einer der ersten Künstler, sich lautstark gegen diese Debatte und die Konsequenzen zu wehren. Nun spricht auch ein zweiter Musiker. Campino, der Sänger der „Toten Hosen“ sieht die Sache etwas anders. Und auch der 49-Jährige Frontmann kann die Dinge gewiss ganz gut einordnen, schließlich feiern die „Hosen“ in diesem Jahr ihr bereits 30-jähriges Bandbestehen.

In den Stuttgarter Nachrichten bezog Campino jedenfalls in einem Interview klar Stellung: Die Künstler müssten damit leben, dass das Internet immer mehr Raum einnehme. Er glaubt aber auch, dass die „Toten Hosen“ eine Lösung des Problems, das derzeit in aller Munde ist, nicht mehr erleben werden. „Wir haben viele Sachen unverdient erleben dürfen. Man muss nur an die Umstellung von Vinyl auf CD denken. Da haben alle mal eben das Doppelte verdient“, sagte Campino in dem Interview. Die Musikbranche habe durchaus auch sehr gute Zeiten erlebt: „Die Industrie hat sich dumm und dusselig verdient.“

Warum? Weil alle Menschen, die Beatles-Platten hatten, auf einmal in die Läden gerannt seien, und sich noch einmal die CD gekauft hätten. Demzufolge findet er die Debatte auch ein wenig zu einseitig. Ganz ähnlich gelassen sieht der Frontmann der „Toten Hosen“ auch den Spagat zwischen in der Öffentlichkeit stehen und dem eigenen Privatleben: „Man muss nicht über jeden Roten Teppich latschen“, sagt Campino deutlich. Das Leben in der Öffentlichkeit könne jeder Künstler zum großen Teil selbst regeln. „Rückblickend kann ich sagen, dass ich relativ viel Ruhe in meinem Privatleben hatte.“


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