Von Nils Reschke 1
Weihnachtsansprache

Bundespräsident Joachim Gauck: Solidarität bedeutet auch Liebe

Joachim Gauck wünscht sich sinnbildlich einen Stern, der die Menschen wieder zueinander führt. Zum ersten Mal hielt er als Bundespräsident eine bewegte Weihnachtsansprache, die vielen Menschen aus der Seele gesprochen haben dürfte.


Im Schloss Bellevue hat sich einiges geändert. Christian Wulff ist nicht mehr Bundespräsident. Der heißt nun Joachim Gauck. Und er verzichtete auf ein großes Brimborium bei seiner ersten Weihnachtsansprache als Bundespräsident, sondern trat alleine vor die Kamera. Keine Kinder, keine Gruppen von ehrenamtlichen Helfern, wie sie Wulff eingeladen hatte, um – so hat es im Nachhinein fast schon den Anschein – Nächstenliebe zu inszenieren. Gauck pur also, dem es einzig und alleine um seine Botschaft ging, die er ans deutsche Volk richtete. Joachim Gauck, protestantischer Pastor, kam ohne eine Kanzel aus. Er appellierte an die Menschen, mehr Solidarität zu zeigen. Denn viele von ihnen seien vor allem eines: „Verunsichert angesichts eines Lebens, das schneller, unübersichtlicher, instabiler geworden ist.“

Gauck trug seine Rede stehend vor, also nicht irgendwo hinter einem mächtigen Schreibtisch versteckt, wie es bei vielen seiner Vorgänger der Fall gewesen war. Stehend, als wolle er sagen: Hier bin ich, ich spreche offen zu euch. Themen seiner Weihnachtsansprache sind vor allem die Verrohung der Sitten, mit trauriger wie wachsender Gewalt auf den Straßen oder in U-Bahnhöfen. Und auch die Schere zwischen armen und reichen Menschen, die immer größere Dimensionen annimmt, gibt Joachim Gauck zu bedenken. Doch über alledem steht die Solidarität untereinander: „In der Sprache der  Politik heißt das: Solidarität. In der Sprache des Glaubens: Nächstenliebe. In den Gefühlen der Menschen: Liebe.“

Trotz allen Irrungen und Wirrungen in der Bundesrepublik Deutschland betonte der Bundespräsident auch, dass es uns hierzulande immer noch vergleichsweise gut ginge. Frieden, wie er seit über 60 Jahren in Europa herrsche, sei kostbar. Das habe er während seiner Dienstreisen in Regionen gelernt, wo Menschen eben nicht in Frieden leben könnten. „Zu Recht hat die Europäische Union den Friedensnobelpreis erhalten“, resümierte Joachim Gauck. Und nicht vergessen werden sollte, dass es doch den meisten Bewohnern in Deutschland wirtschaftlich gut gingen. „Ja sogar sehr gut!“ Nur dürfe bei alledem nicht vergessen werden, dass sich alle wieder auf die menschliche Zuwendung zueinander besinnen mögen. Der Stern aus der Weihnachtsgeschichte habe Menschen einst von fernher zu einem ganz besonderen Ziel, zu einem Menschenkind, geführt. „Einen solchen Stern wünsche ich jedem in unserem Land, einen Stern, der ihn zum Mitmenschen, der uns zueinander führt“, schloss Bundespräsident Joachim Gauck seine Rede.


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formella 25. Dez. - 21:08 Uhr

...was für ein Verblendungs und Verneblungmüll in meinen Augen...Mehr Solidarität sollte erst mal von oben kommen, bevor sie unten nachgelebt werden kann...gefährliche Übergriffe und sogenannte "No Go Areas" gehen ja wohl kaum, von irgendeiner rechten Seite aus..Sie wissen genau aus welcher Richtung die Übergriffe und die Gewalt kommt...und was heißt hier kein Krieg in Europa?-Die Situation am Balkan war wohl nicht der Rede wert...wer ist denn bitte Schuld an der Schere zwischen Arm und Reich??Meine Wut ist Grenzenlos...Ich will euer dämliches Geschwafel nicht mehr hören!!Jeder Satz ist nur noch lächerlicher Schmarn, und regt mich so sehr auf, das ich mir das nicht bis zum Ende anhören kann!!!...Warum sind die Leute denn in Afganistan und kämpfen dort??Wir sind doch auf dem laufenden...ihr könnt uns doch nichts mehr vormachen!!Es geht weder um Frieden noch um den Erhalt von Demokratie oder Menschenleben...das einzige was für Euch zählt ist wirtschaftliche Macht und Sicherung der zukünftigen Ressourcen zum Erhalt dieses Systems, für eure Nachkommen...Ihr macht eure eigenen Gesetze und verpflanzt euer System in die ganze Welt...was ihr dann Demokratie nennt, die in genauer Definition, eher der des Faschismus gleicht...(Man muss doch total Blind sein, diese Lügen nicht zu erkennen!!) für mich ist das moderne Sklaverei...-Ich hoffe Sie müssen sich auch bald Mauern um Ihren Prunk bauen...glauben tut dieses Gelaber jedenfalls kein Mensch mehr....es ist nur so, dass es den meisten bisher noch gleichgültig macht...Ich möchte nicht wissen, wieviele Rentner, Arbeiter, Studenten, Jugentliche und mittelständige Unternehmer diese Rede und sämtliches, anderes Geschwafel frühzeitig weggeschaltet haben...frohe Weihnachten!

09. Dez. - 01:11 Uhr

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