Von Nils Reschke 0
13. Spieltag

Bundesliga-Vorschau: Wiedersehen in Wolfsburg – macht Freude?

Die tollen Ergebnisse im Europapokal zeigen: Die Bundesliga boomt. Und das wird sie unter Garantie am 13. Spieltag auch national wieder unter Beweis stellen. Im Blickpunkt steht dabei dabei Klaus Allofs' Wiedersehen mit den alten Bremer Weggefährten.


Was für eine Woche im Europapokal! Der FC Bayern München marschierte in der Champions League voran. Es folgten ihm die beiden Teams aus dem Ruhrgebiet, Borussia Dortmund und der FC Schalke 04. Alle drei Bundesligisten haben bereits vorzeitig das Achtelfinale in der europäischen Königsklasse erreicht. Gleiches gilt in der Europa League für Hannover 96, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach , die schon sicher in der Zwischenrunde stehen. Und der VfB Stuttgart hat nach seinem tollen 5:1-Kantersieg bei Steaua Bukarest außerdem beste Chancen aufs Weiterkommen. Jetzt zählt aber erst einmal wieder die Bundesliga.

Am Freitagabend eröffnen in der Esprit-Arena Fortuna Düsseldorf und der Hamburger SV um 20.30 Uhr den 13. Spieltag. Der Aufsteiger ist nach einem famosen Saisonstart zuletzt doch arg ins Stocken geraten. Die letzten sieben Partien hat die Fortuna nun schon nicht mehr gewinnen können. In Bremen sah es am vergangenen Wochenende gut aus, weil Düsseldorf im Weser-Stadion schnell in Führung ging und danach sogar einige Zeit in Überzahl spielte. Aber Werder drehte die Partie dennoch, und die Mannschaft von Norbert Meier stand am Ende nach einem 1:2 abermals mit leeren Händen da. Da erging es dem Hamburger SV schon besser. Die Leistung gegen Mainz 05 war nicht sonderlich prickelnd, aber der 1:0-Sieg ist eben auch drei Punkte wert. Und mit diesen hat der HSV zumindest Tuchfühlung aufgenommen, was das Erreichen der internationalen Startplätze betrifft.

Noch einmal zurück zu Werder Bremen: Am Samstagnachmittag spielen die Grün-Weißen im kleinen Nordderby beim VfL Wolfsburg auf. Vor zwei, drei Wochen wäre das noch ein völlig normales Match gewesen zwischen zweier Teams, die sich irgendwo im Niemandsland der Tabelle begegnen. Mittlerweile ist daraus eine Partie geworden, die in der Volkswagen-Arena die komplette Palette an Emotionen zu bieten hat. Denn nach seinem spektakulären Transfer zum VfL trifft Manager Klaus Allofs keine zwei Wochen später schon wieder auf seinen Ex-Verein. Und damit nicht genug. Bei den Wölfen kicken mittlerweile auch zwei Erfolgsgaranten früherer Bremer Zeiten: die Brasilianer Diego und Naldo. Sie sind natürlich heiß auf das Duell gegen die alten Kameraden, wenngleich sich beide Vereine bemühen zu betonen, dass diese Begegnung eine von vielen sei in der Liga. So ganz kann man ihnen das nicht abnehmen.

Am Samstagnachmittag richten sich außerdem auch alle Augen nach Fürth. Da feiert das Derby in Franken seine Bundesliga-Premiere. 254 Mal hat es das Duell zwischen der Spielvereinigung Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg schon gegeben. Einige nennen es schon mit einem zwinkernden Auge „Clasico“. Denn auch das Treffen der spanischen Erzrivalen Real Madrid und FC Barcelona gab es ebenfalls schon exakt 254 Mal in der Fußball-Historie. Überschattet wird das Franken-Derby schon im Vorfeld von extremen Sicherheitsvorkehrungen. Ursprünglich war es Nürnberger Fans sogar verboten gewesen, am Samstag ab 10 Uhr die Fürther Innenstadt zu betreten. Doch nach einem Eilantrag einer Nürnbergerin entschied das Gericht, dass dieser Erlass nicht rechtens ist. Deswegen appellieren die beiden Trainer der Vereine, Mike Büskens und Dieter Hecking, an die Fans, besonnen zu reagieren. Emotionen sind erwünscht, aber: „Am Ende ist es nur Fußball“, meint Nürnbergs Coach Dieter Hecking.

Ein echtes Topspiel gibt es am Samstagnachmittag auf Schalke, wo die Königsblauen die punktgleichen Frankfurter empfangen. Beide Mannschaften haben bislang 23 Zähler gesammelt und sind die härtesten Verfolger von Spitzenreiter Bayern München. Es wird gespannt sein zu beobachten, ob die Eintracht als Aufsteiger die Liga auch in Gelsenkirchen aufmischt und der S04 möglicherweise in der Champions League zu viel Kraft gelassen hat gegen Olympiakos Piräus. Getreu dem Motto „Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“ kann der BVB, der in Mainz gastiert, an mindestens einen dieser beiden Vereine vorbeiziehen. Jürgen Klopp wird sich ohnehin freuen, seine alten Freunde in Mainz wiederzusehen.

Den Samstag komplettiert Bayern München mit einem Heimspiel gegen Hannover 96. Für die Niedersachsen, die noch am Donnerstag in der Europa League gegen Enschede im Einsatz waren, ist die Ruhepause dieses Mal also besonders kurz. Bayer Leverkusen tritt am Sonntagnachmittag ab 17.30 Uhr bei 1899 Hoffenheim an und will die Leistung beim 2:0 gegen Schalke bestätigen. Augsburg hofft derweil, zur gleichen Zeit den zweiten Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach einzufahren. Schon um 15.30 Uhr duellieren sich am Sonntag der SC Freiburg und der VfB Stuttgart in einem weiteren Derby in der Bundesliga.


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