Von Nils Reschke 0
Der Pool ist rund

Bundesliga-Vorschau: Santa Jupp Is Coming To Town

Süßer die Tore nie fallen, als zu der Weihnachtszeit! Und weil dem so ist, öffnen wir noch ein Mal den Vorhang und sagen: Willkommen beim 17. und damit letzten Spieltag in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga. „Der Pool ist rund“ und neuerdings auch weiß, weil mit Schnee bedeckt. Gekickt wird trotzdem, weiß unsere Fußball-Kolumne von Franz Kaiser.


Kurz vor der Bescherung schenkt uns der Spielplan in der Bundesliga noch einmal einen echten Klassiker. Denn heute Abend eröffnet der unangefochtene Tabellenführer vom FC Bayern München ab 20.30 Uhr die Borussia aus Mönchengladbach in der Allianz Arena. Ob es dann auch brav wieder im Kasten des Gegners „klingelt“, bleibt noch abzuwarten. Zu vermuten ist das eher, als eben anders herum.

Denn in 16 Partien, von denen gerade mal eine einzige verloren ging, haben die Bayern gerade einmal sechs Gegentore kassiert. Und so will der deutsche Rekordmeister also auch in den letzten 90 Minuten des Bundesliga-Jahres ein fröhliches Weihnachtslied gegen die Fohlen anstimmen: Kling, Törchen, klingelingeling! Das klappte bislang ja auch recht famos. Und seitdem der „Torero“ Mario Gomez auch wieder mitstürmt, immer besser.

„Der FC Bayern hat noch nie ein Jahr mit so vielen Emotionen erlebt wie jetzt“, präsentierte sich der Coach der Münchner, Josef Heynckes, dessen Stern als aktiver Fußballer bei Borussia Mönchengladbach aufging, in bester und besinnlicher Feststimmung. Gerade wegen des verlorenen Champions-League-Endspiels daheim könne er sich noch sehr gut erinnern, was damals so alles von den Medien geschrieben wurde.

„Dass wir das nicht verkraften, sich die Spieler nicht erholen werden von dem Trauma. Und dann haben wir doch alles in positive Energie umgewandelt.“ Heute also noch ein Mal Bundesliga, am Dienstag dann das Achtelfinale im DFB-Pokal beim FC Augsburg – und dann geht es auch für den Trainer in den wohlverdienten Winterurlaub. Santa Jupp is coming to town. Zu Hause freut er sich dann traditionell auf rheinischen Sauerbraten. Wohl bekommt´s!

Wie gut den anderen 17 Clubs der 17. Spieltag bekommt, wird sich zeigen. Die Gladbacher erinnern sich jedenfalls sehr gerne an ihre letzte Darbietung in der Münchner Allianz Arena, denn zum Auftakt der Saison 2011/12 schlugen sie die Bayern dort mit 1:0. Auch im Rückspiel gewann die Elf von Lucien Favre 3:1. Mal schauen, ob sich die Elf vom Niederrhein wieder als Spielverderber präsentiert.

Das gehört sich vor Weihnachten ja eigentlich nicht. Beim FC Schalke 04 brennt derweil schon jetzt der Baum. Seit dem 10. November und jenem 2:1-Sieg gegen Werder Bremen haben die Königsblauen in der Liga nicht mehr gewonnen. Am Samstagabend dürfen die Knappen ab 18.30 Uhr in der Veltins-Arena gegen den SC Freiburg antreten. Dort brodelt regelmäßig ein Vulkan an der Seitenlinie und horcht auf den Namen Christian Streich. Was der Coach der Breisgauer bislang mit seinem Team geleistet hat, ist fast einzigartig. Bei einem Sieg würde Freiburg sogar Schalke in der Tabelle überrunden und auf einem Europapokalplatz überwintern. Schönere Weihnachten kann man sich im Breisgau kaum wünschen.

Besinnlich wird es am Nachmittag schon in Leverkusen, denn dort gibt es ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Torwart Rene Adler, den man nach seiner langwierigen Verletzung quasi vom Hof scheuchte, etablierte sich beim Hamburger SV zu einem der besten Akteure der Hinrunde – nicht nur in der Hansestadt. Jetzt kehrt er mit den Rothosen in die BayArena zurück und will dem etwas überraschenden Zweiten mit starken Paraden zur Verzweiflung bringen.

Verzweifelt haben übrigens auch die Bremer Fans die schwankenden Leistungen ihrer Truppe in der Hinrunde verfolgt. Es ging hoch und wieder runter. Zwei Mal wurde zuletzt 1:4 verloren, dazwischen gab es einen 4:1-Sieg zu bestaunen. Und dieses Mal? Werder Bremen schließt den 17. Spieltag und damit auch die Hinrunde in der Bundesliga am Sonntag ab 17.30 Uhr ab. Der 1. FCN ist der Gegner – und sollten die Clubberer drei Punkte aus dem Weser-Stadion entführen, werden sie unter Garantie noch einen Gang über den Nürnberger Christkindl-Markt wagen. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, liebe Bundesliga!


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