Von Nils Reschke 0
Fußball-Kolumne

Bruno Labbadia rastet aus: „Am Arsch geleckt!“

Liebe Freunde des runden Leders. Es brodelt im „Pool“, der bekanntlich so rund ist wie das Spielgerät, das Wochenende für Wochenende seinen Weg ins gegnerische Netz sucht. Genetzt wurde auch am siebten Spieltag in der Bundesliga. So viel ist schon einmal klar. Zufrieden war aber hinterher irgendwie niemand. Ganz im Gegenteil. Da wurde gewettert, gezetert und beleidigte Leberwurst gespielt. Was für ein Wochenende!


Wieder einmal nicht gewonnen! Im Ländle herrscht ein wenig Fassungslosigkeit. Der VfB Stuttgart tritt nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen weiter auf der Stelle, hängt mit nur sechs Punkten im Keller der Liga fest. In der Mercedes-Benz-Arena gab es Pfiffe, die nicht zu überhören waren. Unter anderem auch deswegen, weil Trainer Bruno Labbadia den Youngster Raphael Holzhauser ausgewechselt hatte.

Das wiederum brachte den Übungsleiter hinterher aber so was von auf die Palme, dass er gut und gerne die Worte von Giovanni Trapattoni hätte wählen können. Ihr erinnert euch? „Ein Trainer isse kein Idiot.“ Labbadia formulierte es anders, aber nicht weniger emotional: „Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen!“ Rums, das hatte gesessen. Ein Holzhauser beispielsweise wäre nicht mehr beim VfB, wenn er, Labbadia, damals nicht sein Veto eingelegt hätte. „Alle paar Monate“ gebe es beim VfB einen neuen Trainer. „Da muss man sich die Frage stellen: Gehe ich einen schweren Weg mit? Oder sage ich: Am Arsch geleckt! Das Fass ist absolut voll.“

Noch am Sonntagabend pflichtete dann Felix Magath seinem Kollegen Labbadia bei: „Es wird wirklich respektlos mit den Trainern umgegangen.“ Magath kann ein Lied davon singen, schließlich war der Wolfsburger Coach bei seinem ehemaligen Arbeitgeber auf Schalke nach dem 0:3 selbst Ziel von reichlich Spott und Häme. Die Schalker Anhängerschaft hatte sich den „Scherz“ erlaubt, als die Sache gegessen war für ihr Team, das 3:0 mit einem lautstarken „Magath raus, Magath raus!“ zu quittieren. Und dass dann auch noch Schalkes Torschütze Jefferson Farfan fast schon demonstrativ vor der Bank seines einstigen Übungsleiters gejubelt hatte, habe Magath „nicht gesehen. Es interessiert mich auch herzlich wenig.“ Herzlich interessieren würde die Wolfsburger Fans allerdings, wie Magath dieses desolate Team wieder von einem Abstiegsplatz nach oben befördern will.

Derweil bewies Nürnbergs Fußballer Robert Mak, dass er sich bestens mit den Sozialen Netzwerken auskennt. Zur Pause beim SC Freiburg ausgewechselt, ließ Mak seinen Unmut darüber auf Twitter freien Lauf. „Fußball ist eine verschissene Politik. Ich hasse es. Verdammter Trainer.“ So in etwa ließ sich seine Zwitscherei aus einer Mischung aus Englisch und Slowakisch übersetzen, die der 21-Jährige unter dem Account Robiant14 getwittert haben soll. Mittlerweile existiert dieser User auf Twitter nicht mehr. Und der Sünder rudert zurück: „Ich habe das nicht geschrieben, jemand benutzte meinen Account! Sorry!“ Warum aber in aller Welt wurde dann noch getwittert: „Sorry, was emotional!!! I will fight and keep going!“? Sein Trainer Dieter Hecking wird gewiss noch auf Spurensuche gehen.

Kein meckerndes Fußball-Wochenende ohne einen Uli Hoeneß. Das ist klar! Also gebührt dem Präsidenten des FC Bayern München nach einem eingestellten Startrekord von mittlerweile sieben Bayern-Siegen auch das letzte Wort. Ist doch Ehrensache, Uli! Es war mittlerweile schon das vierte Mal, dass die Münchner mit sieben Siegen in eine neue Saison gespurtet sind. Noch nie aber mit einer beeindruckenden Tordifferenz von 21:2 Treffern. Hoeneß war also nach dem 2:0 gegen Hoffenheim wunschlos glücklich? Von wegen! „Was nützt dir der beste Start der Geschichte, wenn du am Ende nicht Meister wirst“, redete sich der einstige Klasse-Manager der Bayern mal wieder in Rage. „Also, hört´s auf mit dem Käse!“ Alles klar, Herr Hoeneß. Machen wir hiermit. Zumindest bis zum nächsten Montag.


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