Von Nils Reschke 0
Wrecking Ball Tour 2012

Bruce Springsteen und sein lautstarker Protest gegen die Finanzwelt

Im April startete seine „Wrecking Ball Tour 2012“ in den Vereinigten Staaten. Seitdem ist „Der Boss“ auf großer Reise. Am Mittwochabend jubelten ihm 58.000 Fans nach seinen Konzerten in Köln und Frankfurt im Berliner Olympiastadion zu.


Er ist und bleibt „Der Boss“. Und was im echten Leben so ist, ist auf der Showbühne kaum anders: Wenn der Boss ruft, tanzen alle nach seiner Pfeife. Bruce Springsteen und seine E-Street-Band hatten gerufen – stolze 58.000 Fans hatten sie am Mittwochabend erhört und waren in Berliner Olympiastadion gepilgert, um den Songs von Springsteen zu lauschen. Nach Frankfurt am Main und Köln war es sein dritter Stop in Deutschland, bevor der mittlerweile 62-Jährige seine „Wrecking Ball Tour 2012“ jetzt in San Sebastian und dann in Lissabon bei Rock in Rio fortsetzen wird.

Bruce Springsteen gab ein zorniges Konzert. Das liegt an der heutigen Zeit, an der Finanzkrise und dem System, das diese hervorgerufen hat. „Der Boss“ und seine Botschaft: „Der Zocker würfelt, der Arbeiter bezahlt die Rechnung.“ So lautet nicht nur eine Zeile im Song „Shackled and Drawn“ aus seinem neuen Album „Wrecking Ball“, was nichts anderes bedeutet als Abrissbirne, so lautet auch das Motto des Abends, den Springsteen dazu nutzt, um gegen Banker und ihre Machenschaften lautstark zu protestieren. Die fast 60.000 Fans hat er dabei an seiner Seite. Insbesondere dann, als er „We Take Care Of Our Own“ spielt, ein Lied, das sich längst zur heimlichen Hymne der Occupy-Bewegung nicht nur hierzulande in Frankfurt etabliert hat.

Drei Stunden lang spielt sich „Der Boss“ so im Olympiastadion in Rage und wird nicht müde, immer wieder auf die Missstände hinzuweisen. An Energie und Leidenschaft lässt es Bruce Springsteen dabei nun wirklich nicht vermissen. Hier fühlt er sich zu Hause. Das mag an einer seiner legendärsten Auftritte überhaupt liegen: 1988 spielte Springsteen schon einmal in Ost-Berlin, damals vor sage und schreibe 160.000 Fans. Es sollte das größte Konzert werden, das jemals in der DDR gespielt wurde. „Der Boss“ bewegt eben immer noch die Massen – ob nun kurz vor der Wende, oder in einer heutigen Zeit, in dem viele Menschen nur noch nach Geld und Macht gieren.


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