Von Nils Reschke 0
Twittern in China

Brad Pitt sorgt mit einem simplen „Ich komme“ für helle Aufregung

Die Nachricht an seine chinesischen Fans ist nur zwei Sätze kurz. Und trotzdem erreichte US-Schauspieler Brad Pitt in Windeseile weit mehr als 100.000 Follower auf Sina Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter.


Es gibt ja nicht wenige Stars und Promis, die sich auf Twitter oder im Social Network allgemein um Kopf und Kragen geschrieben haben. Immer wieder werden verärgerte Fußballstars nach Auswechslungen oder Platzverweisen, Musiker oder Models mit angeblichen Affären oder Nachwuchsstars, denen der Ruhm einfach zu Kopf gestiegen ist, auffällig. Jetzt hat es auch den US-amerikanischen Schauspieler Brad Pitt erwischt, der mit einem einzigen Eintrag nicht nur für Furore in China sorgte, sondern im Handumdrehen mehr als 130.000 Internetuser um sich versammelte, die nun seine Follower sind.

Dabei geht es aber ausnahmsweise einmal nicht um Twitter, sondern um Sina Weibo, so etwas wie die chinesische Version der Kurznachrichtendienstes. Dort hatte der Schauspieler einen Account eröffnet und ließ ganz China wissen: „Es ist wahr. Hurra, ich komme!“ Das ist auf dem ersten Blick wenig spektakulär. Doch das wird es, wenn man sich an eine Rolle von Brad Pitt erinnert, die schon ein paar Jahre zurückliegt. 1997 nämlich spielte Pitt die Hauptrolle in dem von Jean-Jacques Annaud verfilmten gleichnamigen Buch von Heinrich Harrers namens „Sieben Jahre in Tibet“. Der Film, in dem Brad Pitt eben jenen Harrers verkörpert, erhielt als Auszeichnung sogar den Political Film Society Award für Frieden. Nur in China war man nicht sonderlich glücklich über den Streifen.

Peking, das Tibet seit 1951 besetzt hält, warf den Filmemachern vor, historische Fakten nicht so dargestellt zu haben, wie sie – zumindest nach Meinung der chinesischen Regierung – tatsächlich seien. Infolgedessen soll auch Brad Pitt nach mehreren übereinstimmenden Medienberichten ein Einreiseverbot nach China haben und darf eigentlich gar nicht kommen. Und mit diesen Hintergrundinformationen verwundert es nun nicht mehr sonderlich, warum Pitts „Ich komme“ einschlug wie eine Bombe in der Volksrepublik. Vielleicht war es aber auch einfach nur ein gelungener Marketing-Gag, der seine Wirkung nicht verfehlte: 130.000 Follower auf Sina Weibo sprechen wohl für sich.


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