Von Nils Reschke 0
Champions League

Borussia Mönchengladbach fast raus - der Pechvogel heißt de Jong

In der Saison 1977/78 hatte Bundesligist Borussia Mönchengladbach das letzte Mal im damaligen Europapokal der Landesmeister teilgenommen. Im Halbfinale gegen den FC Liverpool schieden die Fohlen seinerzeit trotz eines 2:1-Heimsieges aus. Nun, rund 35 Jahre später, sieht es wiederum nicht gut aus für die Elf von Trainer Lucien Favre.


Der Borussia-Park zeigte sich am Dienstagabend von seiner besten Seite: Eine ausverkaufte Hütte, prächtige Stimmung – das Rahmen passte für die Rückkehr der Fohlen auf die internationale Bühne. Gegen den ukrainischen Vertreter Dynamo Kiew wollte Bundesligist Borussia Mönchengladbach eigentlich den Heimvorteil nutzen, um in den Play-offs zur Gruppenphase der Champions League einen komfortablen Grundstein zu setzen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen zahlten die Gladbacher bei ihrer 1:3 (1:2)-Niederlage reichlich Lehrgeld. Das Rückspiel in Kiew in einer Woche wird damit fast schon zu einer Mission Impossible.

Borussia Mönchengladbach startete mit viel Elan und Schwung in dieses Match, drückte aufs Tempo. Dynamo Kiew – sichtlich überrascht und beeindruckt – konnte sich von diesem Druck in der Anfangsphase kaum befreien. Folgerichtig fiel dann auch die Führung für die Fohlen. Gerade einmal 13 Minuten waren verstrichen, da erzielte ausgerechnet Alexander Ring, der im letzten Moment in die Startelf gerückt war, das 1:0. Jetzt glich der Borussia-Park einem Tollhaus. Alle lagen sich in den Armen und wussten nicht, dass ihre Helden auf dem grünen Rasen diese Partie schon bald aus den Händen gaben. Denn Kiew schlug zurück, wenn auch glücklich. Buchstäblich aus dem Nichts fiel nämlich der Ausgleich: Fast eine halbe Stunde war verstrichen, als es nach einer Ecke Mikhalik einfach einmal aus gut und gerne 23 Metern probierte. Kapitän Daems fälschte den Schuss unglücklich ab, so dass für Marc-Andre ter Stegen nichts zu halten war im Gladbacher Tor (28.).

Das 1:1 war nicht nur bitter, es verunsicherte die Hausherren immer mehr, deren Offensivaktionen nun längst nicht mehr so zielstrebig waren. Dynamo Kiew bewies nun, das es eine abgezockte Truppe mit jeder Menge Erfahrung in der Champions League hat. Yarmolenko vernaschte nur acht Minuten später erst Dominguez, um dann seelenruhig zur 2:1-Führung einzuschieben (36.). Zwar wehrten sich die Fohlen nach der Pause, aber im Vorwärtsgang fehlte es meist an geeigneten Ideen, um Kiew noch entscheidend in Verlegenheit zu bringen. Und so kam es sogar noch schlimmer. In der Schlussphase der Partie gelang Dynamo sogar das 3:1 – ausgerechnet durch ein Eigentor von Stürmer Luuk de Jong (81.). Dadurch wird die Aufgabe am kommenden Mittwoch nun natürlich doppelt schwer für das Team von Lucien Favre, dem ganz Fußball-Deutschland gewiss die Daumen drücken wird.


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