Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Borussia Dortmund hat das Triple vor Augen

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: der amtierende Meister von Borussia Dortmund.


Dass die ersten Probleme mit dem Erfolg kommen werden, war bei Borussia Dortmund abzusehen. Michael Zorc und Jürgen Klopp haben ihre Hausaufgaben gemacht. Läuft alles so, wie man sich das vorstellt, wird Shinji Kagawa nicht vermisst werden. Erst recht nicht Lucas Barrios, dem Robert Lewandowski eh längst den Rang abgelaufen hatte. Doch richtig spannend wird zu beobachten sein, was passiert, wenn sportliche Erfolge einmal ausbleiben. Im letzten Jahr passierte das dem BVB gleich zum Saisonstart. Dieses Mal droht ein sportliches Tief auch mitten in der Spielzeit, oder sogar zum Ende hin. Dann wird sich zeigen, ob der Meister den Bayern weiter Paroli bieten kann.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Zwei Namen, die nicht mehr das Trikot von Borussia Dortmund tragen werden, stehen in der Rubrik der Abgänge natürlich im Mittelpunkt beim Deutschen Meister. Zum einen ist das der Japaner Shinji Kagawa, der zu Manchester United auf die Insel wechselte. Zum anderen muss natürlich Lucas Barrios genannt werden, den es ins ferne China zog. Für beide zusammen kassierten die Dortmunder eine stolze Ablösesumme von immerhin fast 25 Millionen Euro. Darüber hinaus wurde Florian Kringe an den FC St. Pauli verkauft und Antonio da Silva an Zweitligist MSV Duisburg abgegeben. Beide gehen ablösefrei. Dimitar Rangelov konnte sich nie durchsetzen und probiert es nun beim FC Luzern in der Schweiz, Marco Stiepermann wurde an Energie Cottbus verkauft. Von den Talenten Lasse Sobiech und Julian Koch wollte sich der BVB indes noch nicht endgültig trennen; sie wurden an Fürth beziehungsweise Duisburg verliehen.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Viel besser hätte die Borussia zumindest nominell die Abgänge von Kagawa und Barrios kaum auffangen können. Denn Marco Reus kommt von Borussia Mönchengladbach in seine alte Heimat, und Julian Schieber wurde von VfB Stuttgart für den Sturm verpflichtet. Im Paket waren die beiden Neuen sogar etwas günstiger als die Summe, die mit den Transfers von Kagawa/Barrios erwirtschaftet wurde. Stolze 2,7 Millionen Euro hat sich der BVB dagegen die Dienste vom 18-jährigen Leonardo Bitencourt von Energie Cottbus kosten lassen. Jürgen Klopp muss von „Leo“ demnach große Stücke halten. Oliver Kirch kam für vergleichsweise „schmales Geld“ vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern und soll eine Alternative für die Position des rechten Verteidigers sein. Innenverteidiger Koray Günther, Torwart Zlatan Alomerovic und Stürmer Marvin Duksch gelten als Perspektivspieler und kommen aus der eigenen Jugend beziehungsweise der zweiten Mannschaft des BVB.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Was soll man zur vergangenen Saison noch großartig sagen? Borussia Dortmund stellte alle Rekorde auf und gewann neben der Meisterschaft noch den DFB-Pokal. Wenn die Bayern mit 73 Punkten nicht Meister werden, weil der BVB acht (!) Zähler mehr holte, dann sagt das eigentlich schon alles. 80 eigene Treffer sind ebenfalls ein fantastischer Wert und 25 Gegentreffer dabei noch einmal so wertvoll. Trotzdem: Bayern München hat gut aufgerüstet und präsentiert eine stärkere Mannschaft als im vergangenen Jahr. Dortmund hat „nur“ die Abgänge von Kagawa und Barrios ersetzt. Das kann ein Vorteil sein, kann sich aber auch als Nachteil entpuppen. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch dieses Mal entscheidet der FC Bayern das Rennen. Dortmund wird – auch weil man dieses Mal in der Champions League länger dabei ist – Zweiter, oder wird bei schlechtem Saisonverlauf sogar noch von einer dritten Überraschungsmannschaft überrundet.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Das Borussia Dortmund viele lange Jahre in der Pionierzeit des deutschen Fußballs seine Pflichtspiele im Stadion Rote Erde austrug, ist bekannt. Dass die erste Spielstätte allerdings Weiße Wiese genannt wurde, hat vermutlich weniger die Runde gemacht. Dort kickte die Borussia anfangs der 1910er Jahre nur einen Torschuss entfernt vom Borsigplatz. 1937 zog man dann auf Rote Erde, ehe im Rahmen der Fußball-WM 1974 das Westfalenstadion zum neuen Spielort wurde. Auch dort geht es nach der Weißen Wiese und der Roten Erde mit der Gelben Wand farbenfroh zu. Die Südtribüne ist mit 25.000 Plätzen Europas größte Stehplatztribüne.


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