Von Mark Read 0
BVB siegt 5:2

Borussia Dortmund: Ein Pokalfinale für die Geschichtsbücher

In einem denkwürdigen Endspiel um DFB-Pokal hat Borussia Dortmund seinen Ausnahmestatus im deutschen Fußball untermauert. Mit 5:2 schlugen die Schwarz-Gelben den FC Bayern München und verpassten dem Rekordmeister damit eine Woche vor dem Champions-League-Finale eine echte Demütigung.


Zum ersten Mal in seiner 103-jährigen Vereinsgeschichte hat Borussia Dortmund das "Double" aus Meisterschaft und Pokal geholt - und wie! Das Team von Trainer Jürgen Klopp besiegte im DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion nicht nur den großen FC Bayern München - es demütigte den Rekordmeister sogar. 5:2 lautete das Ergebnis am Ende, und aus Bayern-Sicht wusste man gar nicht, was schlimmer war: Die Anzahl der Gegentore oder die Tatsache, dass das millionenschwere Team zum fünften Mal in Serie den Kürzeren gegen Dortmund gezogen hatte.

Dortmund zeigte im Berliner Finale vom Anpfiff weg, warum das Team momentan das Maß aller Dinge im deutschen Fußball darstellt. Schon nach drei Minuten nutzte der Japaner Shinji Kagawa in seinem vielleicht letzten Spiel für den BVB einen schlimmen Fehlpass von Luiz Gustavo zum 1:0 für Dortmund. Danach lieferten sich beide Teams zumindest kurzzeitig ein Duell auf Augenhöhe. BVB-Torwart Roman Weidenfeller holte nach 25 Minuten Mario Gomez von den Beinen, Arjen Robben verwandelte den Elfmeter zum Ausgleich. Doch noch vor der Pause schlug der deutsche Meister wieder zu. Jerome Boateng holte im Strafraum klar den Dortmunder Jakub Blasczykowski von den Beinen, und Nationalspieler Mats Hummels netzte den Strafstoß zum 2:1 ein (41. Minute).

Kurz vor dem Pausenpfiff dann der nächste Nackenschlag für die Bayern. Wieder einmal spielte Dortmund pfeilschnell und überlegt - ein Zuckerpass von Kagawa fand Robert Lewandowski, der eiskalt zum 3:1 abschloss. Der Pole sollte nach dem Seitenwechsel noch weitere zwei Mal gegen fast schon hilflos wirkende Münchener treffen. Lewandowski ist erst der dritte Spieler in der langen Geschichte des DFB-Pokals, der in einem Finale drei Tore erzielen konnte. Zwar bemühten sich die Bayern nach dem Seitenwechsel, das Spiel unter Kontrolle zu kriegen und hatten deutlich mehr Ballbesitz, doch die Dortmunder Abwehr ließ kaum Torchancen zu. Einzig Franck Ribéry konnte nach einer Einzelaktion mit einem schönen Schuss zum zwischenzeitlichen 2:4 verkürzen (75.). Doch in der Bayern-Abwehr ging es stets drunter und drüber. Die Dortmunder Angriffsmaschinerie legte schonungslos das Wirrwar in der Münchener Hintermannschaft offen, hinzu kamen individuelle Fehler wie vor dem 2:5, als Manuel Neuer einen Ball nicht festhalten konnte und somit die Flanke auf den völlig freien Lewandowski ermöglichte.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Dortmunder ausgelassen vor dem eigenen Fanblock im Berliner Olympiastadion. Dieser Titel war die Krönung einer perfekten Saison. Nicht nur hat der BVB den Titel verteidigt, er tat dies auch noch mit einem Bundesliga-Rekord (81 Punkte gelangen noch nie einem Team in der Liga) und machte mit dem Double auch noch das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte perfekt. Vor wenigen Jahren stand Dortmund noch am Abgrund, kurz vor dem finanziellen Kollaps. Nun ist der Verein drauf und dran, den großen FC Bayern als erste Macht im Deutschen Fußball abzulösen.


Teilen:
Geh auf die Seite von: