Von Nils Reschke 0
Böhse Onkelz

"Böhser Onkel" Kevin Russell: Drogentherapie statt Knast

Nach seinem folgenschweren Crash mit Unfallflucht und der anschließenden Verurteilung zu 27 Monaten Haftstrafe war es still geworden um Kevin Russell. Jetzt kam heraus, das der Ex-Sänger der Rockband „Böhse Onkelz“ gar nicht mehr einsitzt, sondern sich in einer Therapie befindet.


25 Jahre lang trieb die Rockband „Böhse Onkelz“ ihr Unwesen. Stets umstritten, denn gerade in den Anfangsjahren gab es immer wieder Kritik zur vermeintlichen Nähe der Band zur rechten Szene. Die „Onkelz“ taten zwar viel dagegen, selbst in ihren Liedzeilen. Doch den Ruf wurden sie so wirklich nicht mehr los. 2005 war dann mit einem Open Air endgültig Schluss mit der Band, die bereits ein Jahr zuvor ihren Abschied aus dem Musikgeschäft bekannt gegeben hatte. Nicht leise wurde es allerdings um den Frontmann Kevin Russell. Der sorgte am letzten Tag des Jahres 2009 für heftige Schlagzeilen.

Russell soll, so die Anklage, am Silvesterabend ein anderes Auto gerammt haben, sich dann unerlaubterweise vom Tatort entfernt haben. Wegen Körperverletzung und Unfallflucht wurde er daraufhin dann zu insgesamt 27 Monaten Haft verurteilt, die der Sänger der „Böhsen Onkelz“ mittlerweile aber nach nur vier Monaten abgebrochen hat. Der Grund ist, dass Kevin Russell stattdessen im Odenwald eine Drogentherapie begonnen habe – und zwar schon seit vergangenem Dezember, was jetzt auch die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main bestätigte. Ein durchaus nicht unüblicher Fall, dass die Haft zugunsten der Therapie ausgesetzt wird.

Wie geht es also für den Sänger der „Böhsen Onkelz“ nun weiter? Theoretisch können zwei Drittel seiner Strafe durch die Therapie „angerechnet“ werden. Der letzte Rest könnte daraufhin dann zur Bewährung ausgesetzt werden. Gut möglich also, dass Kevin Russell die Justizvollzugsanstalt Hünfeld gar nicht mehr zu Gesicht bekommt.

Es sei denn, er würde die Therapie abbrechen. Dann wird er wieder einsitzen müssen. Das OGL in Frankfurt lehnte damals eine Haftverschonung wegen Russells Drogensucht ab. Der Sänger der „Onkelz“ war nach dem Unfall zu Fuß geflüchtet. Die beiden Verletzten im anderen Fahrzeug musste aus dem brennenden Vehikel gerettet werden.


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