Von Nils Reschke 0
Geburtstagskind des Tages

Bill Cosby alias Dr. Huxtable feiert seinen 75. Ehrentag

Ob nun Bill Cosby oder eben doch Cliff Huxtable: Jeder kennt den US-Schauspieler, was schlichtweg daran liegen mag, dass die Bill Cosby Show“ als eine der ersten Sitcoms riesige Erfolge feierte. Und das bei weitem nicht nur in den Vereinigten Staaten.


Als 1984 den meisten Menschen, selbst echten TV-Junkies, der Begriff Sitcom kaum etwas sagte, da schickte sich der US-amerikanische Sender NBC an, etwas Revolutionäres zu schaffen. „Die Bill Cosby Show“ ging auf den Sender – und wurde zu einer der erfolgreichsten Sitcoms überhaupt im Fernsehen. Revolutionär war das deswegen, weil Familie Cosby afroamerikanischen Ursprungs ist. Und wie der Name schon verrät: Hauptdarsteller ist Bill Cosby, der am heutigen 12. Juli seinen 75. Geburtstag feiert.

Es ist ruhig geworden um den US-Schauspieler. Das liegt vor allem daran, dass Cosby zwar nach wie vor vor Publikum steht, allerdings bevorzugt er meist die Bretter, die die Welt bedeuten, weniger das Medium Fernsehen. Doch an „Die Bill Cosby Show“ erinnern sich gewiss seine zahlreichen Fans, die der 75-Jährige bis heute noch hat. Denn Dr. Heathcliff „Cliff“ Huxtable und seine quirlige Familie schrieb Fernsehgeschichte und darf mit Fug und Recht als Meilenstein bezeichnet werden.

Als „Bill Cosbys Familienbande“ gingen die ersten 39 Folgen der beliebten Sitcom 1987 zunächst im ZDF über den Sender. Später sicherte sich dann Pro Sieben die Rechte und strahlte von 1989 bis 1992 die Serie erstmals komplett aus. Berühmt wurde Geburtstagskind Bill Cosby vor allem wegen seiner unvergleichlichen Mimik – das wurde schon im Vorspann herausgearbeitet. Das Konzept ging auf. Jüngere Zuschauer wünschten sich einen Vater, wie Cosby ihn darstellte. Mit viel Humor und immer einem offenen Ohr für seine Kids. Erstaunlicherweise gab es jede Menge Parallelen zwischen seinem Privatleben und dem Leben als Cliff Huxtable: Mit seiner Frau Camille hat Cosby fünf Kinder. Doch damit nicht genug: Wie bei den Huxtables sind es vier Mädchen und ein Junge. Vielleicht war das auch der Grund, warum er in der Serie so authentisch wirkte.

Doch nicht nur „Die Bill Cosby Show“ war in Sachen Fernsehunterhaltung ein Vorbote für all das, was in den kommenden Jahren da noch kommen sollte. Seine erste große Rolle hatte Bill Cosby in einer Krimireihe, die auf den etwas skurrilen Titel „Tennisschläger und Kanonen“ hörte. Das war in den 60er Jahren – und bis dahin war es nahezu unvorstellbar, dass ein Schwarzer eine Hauptrolle in einem derart großen Projekt bekam. Cosby allerdings überzeugte die Produzenten derart, dass er sie bekam. Und so setzte er auch an der Seite seines Schauspieler-Kollegen Robert Culp ein deutliches Zeichen gegen den Rassismus in den Vereinigten Staaten.

Ohnehin wusste Bill Cosby, der mit bürgerlichen Vornamen William heißt, schon immer ganz genau, was er wollte. Sein Vater war Seemann, Geld hatte die Familie wenig bis keines. Also war die einzige Perspektive für Bill Cosby, bereits mit 16 Jahren zum Militär zu gehen. Seinen Abschluss vernachlässigte er deswegen aber etwa nicht. Im Gegenteil! Er absolvierte die Schule erst per Fernkurs, begann später mit dem Studium und war sich auch nicht zu schade, das nötige „Kleingeld“ dafür in einer Bar zu verdienen. Als Kellner. Und doch erkannte er da wohl sein Talent als Komiker. Regelmäßig verdiente er sich Trinkgelder der Gäste hinzu – indem er sie dank gelungener kleiner Slapstick-Einlagen zum Lachen brachte.

Zum Lachen brachte er Millionen Zuschauer dann später auch als Dr. Huxtable. Im richtigen Leben promovierte Bill Cosby ebenfalls, allerdings als Pädagoge. Das Schauspiel ist aber nur eines von vielen Talenten. Cosby war auch schon als Autor und Musiker unterwegs, erfreut sich nach wie vor in den USA großer Beliebtheit. Sein erstes geschriebene Werk etwa, „Fatherhood“, schlug ein wie eine Bombe und stand ein halbes Jahr lang auf der Bestsellerliste der New York Times – natürlich auf Platz eins. Wir sagen: Happy Birthday, Dr. Huxtable! Herzlichen Glückwunsch, Bill Cosby!


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