Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Bescheiden, sympathisch, erfolgreich: Den SC Freiburg muss man einfach mögen

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: der SC Freiburg.


Wenn am 25. August der SC Freiburg zum Saisonauftakt den 1. FSV Mainz 05 im Mage Solar Stadion empfängt, dann hat er im Breisgau auch schon begonnen: der Kampf gegen den Abstieg. Traditionell planen die Freiburger nämlich stets mit einem Etat, den sie auch im Falle eines Scheiterns in der Bundesliga im „Unterhaus“ halten können. Und ebenso traditionell bescheiden geht der Sportclub eine weitere Saison in der Bundesliga an. Warum eigentlich auch nicht? In der Ruhe liegt die Kraft. Das haben die einstigen Breisgau-Brasilianer auch im letzten Jahr bewiesen, das sie mit einem so nicht mehr für möglich gehaltenen zwölften Rang bewiesen.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Die Abgänge beim Sportclub aus Freiburg blieben bislang mehr als überschaubar. Als rechter Verteidiger konnte sich der ehemalige Nationalspieler Andreas Hinkel nie durchsetzen und verlässt den Verein. Der Abgang von Stürmer Stefan Reisinger zur Fortuna nach Düsseldorf ist ebenso zu verschmerzen, traf er in 25 Bundesligaspielen der abgelaufenen Saison doch nur drei Mal. Innenverteidiger Oliver Barth ist mit 32 in die Jahre gekommen und wird an den VfR Aalen abgegeben. Dazu werden die Talente Erich Sautner und Simon Brandstetter an die Drittligisten Hallescher FC beziehungsweise an den Karlsruher SC ausgeliehen. Christian Bickel kehrte als Leihgabe vom Jahn Regensburg zurück, ist fortan aber nur für die zweite Mannschaft der Freiburger vorgesehen.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Trainer Christian Streich hat seinen Kader nur punktuell verstärkt. Viel Geld für große Investitionen ist ohnehin nicht vorhanden. Für rund eine halbe Millionen Euro kommt von Stabaek IF aus der norwegischen Tippeligaen der Rechtsverteidiger Vegar Eggen Hedenstad. Teuerster Neuzugang ist Max Kruse, der sich vom FC St. Pauli dem SC Freiburg im offensiven Mittelfeld anschließt und 750.000 Euro gekostet hat. Für die offensiven Außenbahnen indes sollen Marco Terrazzino (kommt ablösefrei vom KSC) sowie Leihspieler Ezequiel Calvente von Real Betis aus der Primera Division für frischen Schwung sorgen. Christian Günter spielte zuletzt in der U 19 des Vereins und gilt als hoffnungsvolles Talent für die defensive linke Seite. Der Franzose Mounir Bouziane aus der „Zweiten“ des Sportclubs ist eine Alternative für den Sturm.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Halbzeit in der Bundesliga 2011/12: Der SC Freiburg steht mit gerade einmal 13 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Zudem wird noch Toptorjäger Cisse im Winter abgegeben. Alle Zeichen deuten auf Abstieg hin – doch dann nimmt das Märchen im Breisgau seinen Lauf. Am Saisonende steht der Sportclub aus Freiburg mit 40 Zählern auf einem sensationellen zwölften Rang. In der Rückrundentabelle wird man sogar Siebter, was für einen Platz in der Europa League gereicht hätte. Unglaublich, was Trainer Christian Streich da aus seinem Kader an Leistung herausgekitzelt hat. Dies noch einmal zu wiederholen, wird ganz schwer. Freiburg wird bis zum Schluss gegen den Abstieg kämpfen. Die Erfahrung könnte im Gegensatz zu Greuther Fürth, Fortuna Düsseldorf oder auch dem FC Augsburg den Ausschlag für den Klassenerhalt geben – wie gesagt: könnte. Zu gönnen wäre es dem sympathischen Verein aus dem Breisgau allemal.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Bundestrainer Joachim Löw zählt seit 2010 zum illustren Kreis der Ehrenspielführer beim SC Freiburg. Mit den Zwischenstationen VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und Karlsruher SC spielte „Jogi“ insgesamt drei Mal für die Mannschaft aus dem Breisgau. Insgesamt kommt der Bundestrainer auf 252 Einsätze und 81 Treffern für die Freiburger. Nachdem der SC Freiburg 1994 nur ganz knapp die Klasse nach dem Aufstieg in die Bundesliga gehalten hatte, folgte im zweiten Jahr im deutschen Oberhaus ein sensationeller dritter Platz in der Saison 1994/95, der bislang größte Erfolg. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Breisgau-Brasilianer.


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