Von Kati Pierson 1
40 Jahre Brinki

Bernhard Brink überlebte im Haifischbecken

Bernhard Brink (59) liebt seinen Beruf. Er ist Schlagersänger und das mit Leib und Seele. Der Sunnyboy ist immer gut drauf und für so manchen Spaß zu haben. Trotz Erfolg ist er auf dem Teppich geblieben. "Es geht (eben) auch anders"


Am 15. April 1972 stand an einem Samstagabend ein schlotternder junger Mann vor der Kamera in den Berliner Union Film Studios. Live in die deutschen Haushalte wurde die 33. Sendung der ZDF-Hitparade von und mit Dieter-Thomas Heck übertragen. Gar nicht so "Bombenfest" - wie sein Titel es versprach - stieg er zitternd auf die Bühne - angekündigt mit den Worten "Aber hier ist die Startnummer 7 Bernhard "Brink Bombenfest"!"

Zu einem der begehrten ersten fünf Plätze reichte es nicht für den 19-jährigen Nordholmer nicht, aber bei der Konkurrenz von Graham Bonney, Danyel Gérard, Peter Orloff, Chris Roberts und Christian Anders war das auch nicht zu erwarten. In der Aufregung sei es ihm auch verziehen, dass Rex Gildo, den er gerne für eine Anekdote heranzieht, in der Sendung gar nicht anwesend war. Wenn er schon singt "Ich glaub’ dir jede Lüge", dann wollen wir ihm den Gefallen auch einmal tun.

40 Jahre ist das jetzt her und viele der Namen, die damals vordere Plätze belegten, kennen heute viele junge Leute nur noch vom Stöbern in den Plattenschränken der Eltern und Großeltern. Anders sieht es da bei Bernhard Brink aus. Während andere von den alten Hits auf Schlager-Rivivals leben, stürmt er auch heute noch die Hitparaden mit neuen Alben. Zuletzt belegte er vordere Plätze in vielen Hörercharts der Rundfunkanstalten mit dem Titel "Wie weit willst Du gehn" vom gleichnamigen Album. Das aktuelle Album ist das erste seit Langem, dass dem Party-Schlager abschwört und  das ist auch gut so. Es überzeugt durch tanzbare Rythmen, warmherzige Songs, mystische Klänge und einem Hauch von Ehrlichkeit.

40 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Mit "Bombenfest" begann alles und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Auch nicht wenn er bei Andrea Kiewel in der ZDF-Frühlingsshow die Showbranche ganz gerne als "Haifischbecken" bezeichnete in dem er überlebte. So weit hergeholt ist das übrigens gar nicht, wenn man an Karrieren von Überfliegern wie Christian Anders, Nino de Angelo, Matthias Reim, Michelle und auch Dauerbrennern wie Rex Gildo denkt.

Aber der Nordhorner, der dieses Jahr auch noch seinen 60sten Geburtstag feiert und morgen Silberhochzeit, hat sich irgendwie aus allem herausgehalten und war trotzdem immer präsent. Auf sein Konto gehen Hits wie "Blondes Wunder", "Geiz ist geil", "Liebe auf Zeit", " Frei und abgebrannt", "Ich wär so gern wie Du", "Du, entschuldige - Ich kenn’ dich", "Du natürlich", "Die Zeit heilt keine Wunden", "Du hast mich verhext" und er ist einer der Sänger, bei denen man diese Liste fast endlos weiter führen kann. Kein One-Hit-Wonder und auch kein Goldjunge - dafür immer der "Schlagertitan".

In den 90er Jahren fand er ein zweites Standbein in der Moderation von Schlagersendungen und mit seinen "Schlagern des Jahres" ist er dieses Jahr erstmalig auf Tournee. Die Tour ist ein voller Erfolg und Zusatzkonzerte mussten angesetzt werden.

War das letzte Jahr das Jahr des Roland Kaiser's, so steht dieses ganz im Zeichen des Bernhard Brink. "Mitten im Leben" steht derzeit in den Sternen "Alles auf Sieg". "Auf der Straße des Glücks" befindet sich der Brinki. "Auf den Flügeln (s)einer Träume"  werden dieses Jahr vielleicht ja doch noch Wunder wahr. "Und wär's auch eine Sünde" führt er seine Fans dieses Jahr extrem in Versuchung "Am allerliebsten" mit dem neuen Album, der Jubiläumstournee und den Bernhard Brink Festspieltagen am 21. und 22. September in Nordhorn.


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