Von Mark Read 0

Benaissa-Prozess: Anwälte fordern Bewährung


Die Schluss-Plädoyers im Benaissa-Prozess sind gesprochen: Nadjas Anwälte haben auf eine Bewährungsstrafe mit gemeinnütziger Arbeit plädiert. Begründet wurde damit, dass die HIV-Infizierte ihr Verhalten zutiefst bedauere und gestanden habe, so Anwalt Oliver Wallasch. Die Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Darmstadt fordert ebenfalls eine Bewährungsstrafe; und zwar zwei Jahre auf Bewährung wegen gefährlicher und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Zugute halten musste der Staatsanwalt das Geständnis der 28-Jährigen; auch die Schuldeinsicht wurde betont. Er sehe aber auch bewusste Fahrlässigkeit und Vorsätzlichkeit, weil Nadja einigen Männern von ihrer Infektion gestand, anderen diese verschwieg.

Nadja reagierte auf die Worte des Anwalts der Nebenklage, der sich nur eine Entschuldigung gewünscht habe und den Prozess gar nicht wollte, so: "Ich kann mich nicht entschuldigen! Es gibt keine Entschuldigung! Ich würde die Zeit zurückdrehen, aber das kann ich leider nicht. Es tut mir leid - und es wird mir immer leid tun! Ich habe riesige Fehler gemacht. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Aber bitte richten Sie ihm das aus!!!"

Um den vierten Prozesstag zu beginnen, hatte man einen Gutachter zur HIV-Erkrankung des Nebenklägers aussagen lassen, der meinte, dass die Sängerin "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Quelle für die Infektion war". Dies war ein entscheidender Punkt für die Plädoyers der Anwälte - und für die Entscheidung der Richter. Danach wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit Nadjas Psychologe über sie befragt. Am morgigen Donnerstag wird um 13 Uhr das Urteil verkündet. Nachdem beide Anwälte für eine Bewährungsstrafe plädieren, ist es unwahrscheinlich, dass die Richter zu einem ganz anderen Urteil kommen - und doch stehen im schlimmsten Fall bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe aus.


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