Von Nils Reschke 0
Neuer Startrekord!

Bayern München eilt allen davon, verteilt aber noch keinen Champagner

Norbert Meier stand da. Einsam und verlassen am Seitenrand. Was mag dem Trainer von Fortuna Düsseldorf wohl durch den Kopf gegangen sein? Später beteuerte Meier vor den Mikrofonen mit einem Anflug von Verzweiflung: „Es ist ja nicht so, dass wir nicht wollten“, bekräftigte der Coach. „Aber die Bayern haben uns einfach nicht gelassen.“ Und zwar 90 Minuten lang nicht.


Mit einem beeindruckenden 5:0 (2:0)-Sieg schaffte der FC Bayern München das, was noch keiner anderen Mannschaft in der Fußball-Bundesliga gelang: Acht Siege zum Start in eine neue Saison, ein neuer Rekord! Selbstverständlich war das nicht. Denn die Fortunen hatten in sieben Spielen bislang erst drei Gegentreffer kassiert. Am Samstagnachmittag waren es fast doppelt so viele – in nur einem einzigen Match. Auch das demonstriert die Klasse der Bayern, bei denen nach dem Erfolg und Startrekord aber die Verantwortlichen nicht so recht in große Jubelarien ausschweifen wollten. „Es wird trotzdem heute auf dem Flug zurück nach München keinen Champagner geben“, versprach Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Abpfiff und dämpfte ein wenig die Euphorie.

Dass der amtierende Champion aus Dortmund zeitgleich einige Kilometer entfernt von Düsseldorf abermals Federn ließ und gegen Schalke das prestigeträchtige Derby mit 1:2 verlor, interessierte Rummenigge nur am Rande, wenngleich es den Münchner Nachmittag perfekt machte. „Ich sehe das nicht mit Schadenfreude“, so Rummenigge. „Wir haben einen super Start hingelegt, Dortmund etwas weniger als wir.“ Ganz andere Töne schlug da schon Thomas Müller an, der freundliche Grüße nach Dortmund richtete: „Wenn wir so weiterspielen, wird es schwer sein, uns zu stoppen.“ Dem wollte wohl kaum ein Fußballfan widersprechen.

Fortuna Düsseldorf war schon im ersten Durchgang hoffnungslos unterlegen gewesen. Mario Mandzukic hatte nach einer knappen halben Stunde den Bann gebrochen, Luiz Gustavo legte noch vor der Pause einen zweiten Treffer nach. Ein Doppelpack von Thomas Müller sowie das 5:0 durch Rafinha, der damit ein glänzendes Comeback feierte, rundeten den Nachmittag angenehm ab. „Wie die Mannschaft Rafinha nach seinem Tor gefeiert hat – das ist etwas, was im Moment das Innenleben der Mannschaft widerspiegelt“, registrierte Trainer Jupp Heynckes die neue Harmonie beim Rekordmeister. Unruhe in den eigenen Reihen ist nicht willkommen. Denn wohl auch die Bayern wissen: Sie können sich nur selbst schlagen.


Teilen:
Geh auf die Seite von: