Von Nils Reschke 0
Fußball-Bundesliga

Bayern in Nürnberg meisterlich - im Jammern

Dieter Hecking ist Trainer beim 1. FC Nürnberg, der überraschend ein 1:1 gegen die Bayern am zwölften Spieltag in der Bundesliga holte. Und Hecking war es auch, der sich für das Spiel seiner Mannschaft entschuldigen musste. Auf die angeprangerte rustikale Gangart der Clubberer antwortete der Coach, man habe so spielen müssen. „Sonst gewinnen die Bayern 4:0. Und alle sagen, was sie für einen tollen Fußball spielen.“


Wer hätte das nach drei Minuten ernsthaft gedacht? Der FC Bayern München ging beim 1. FC Nürnberg ja schon nach 180 Sekunden durch Mario Mandzukic mit 1:0 in Führung, weil die Clubberer die Elf vom Jupp Heynckes zu diesem Treffer fast schon eingeladen hatten. Alles schien also seinen gewohnten Gang zu gehen im Frankenland. Obwohl Heynckes vor dem Anpfiff kräftig hatte rotieren lassen, oder besser gesagt: rotieren musste wegen zahlreicher Blessuren seiner Akteure. Der FCN sah sich also früh im Hintertreffen und warf anschließend das in die Waagschale, was gegen den FC Bayern gefragt ist: Kampfkraft und aggressives Zweikampfverhalten.

Direkt nach der Pause hatte sich zudem ausgerechnet Markus Feulner, der einige Jahre für die Bayern spielte, ein Herz gefasst und mit einem tollen Distanzschuss zum 1:1-Ausgleich getroffen. Von seiner zweikampfstarken Gangart rückte der Club aber nicht ab. Das bekam vor allem Bastian Schweinsteiger mehrere Male zu spüren. Gegenspieler Timo Gebhart sah nach einem Ellbogencheck eine Viertelstunde vor dem Ende sogar Gelb-Rot. Trotzdem schaffte es der Klassenprimus in der Bundesliga nicht mehr, in Überzahl noch zum Sieg zu kommen. Stattdessen gaben sich viele Bayern-Akteure, als das erste Unentschieden der Saison besiegelt war, äußerst dünnhäutig. Allen voran Bastian Schweinsteiger.

„Die Nürnberger haben versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen, zu provozieren. Es war halt nicht so richtig einfach, wenn du immer wieder einen Tritt bekommst“, suchte der deutsche Nationalspieler nach Erklärungen. In einem Anflug von Hochnäsigkeit behauptete er dann sogar dreist: „Nürnberg kann ja nicht anders.“ Dabei sollte auch Herr Schweinsteiger wissen, dass Zweikämpfe nun einmal zum Fußball dazugehören. Wurden selbige unfair, Schritt Referee Manuel Gräfe wie bei Gelb-Rot für Gebhart ja auch ein. „Unser Spiel wurde in manchen Situationen kaputtgefoult“, meinte etwa auch Torwart Manuel Neuer. Im Jammern sind die Bayern jedenfalls jetzt schon Deutscher Meister.


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