Von Nils Reschke 0
EM-Vorbereitung

Bastian Schweinsteiger: Es zwickt und zwackt in der neuen "Wade der Nation"

Ohne geht es wohl nicht. Um die Spannung vor der EM 2012 noch ein wenig zu steigern, wird derzeit mehr als je zuvor über die „Wade der Nation“ gesprochen. Nein, Michael Ballack feiert kein Comeback in der Nationalelf. Aber er hat einen bekannten Erben: Bastian Schweinsteiger.


Aus der Wade ist eine regelrechte Wander-Wade geworden. Denn nachdem der einstige „Capitano“ Michael Ballack eine ganze Republik bei großen Turnieren immer wieder in Atem hielt, weil eben jener bekannte Muskelbündel zwickte, hat der frühere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nun sein Erbe an einen anderen weitergereicht: Bastian Schweinsteiger zwickt es ebenfalls. Die „Wade der Nation“ meldet sich pünktlich vor der EM 2012 in Polen und der Ukraine zurück. Während sich offenbar ganz Fußball-Deutschland sorgt um die Gesundheit von „Schweini“, und ob er noch pünktlich fit wird, bleibt nur einer ganz gelassen: Bundestrainer Joachim Löw.

Bislang jedenfalls nahm Bastian Schweinsteiger noch nicht am Teamtraining teil. Der Grund ist simpel, die Diagnose lautet: Muskelquetschung mit Bluterguss in der linken Wade. Zugezogen hatte sich der Mittelfeldspieler von Bayern München diese schon beim Finale in der Champions League kurz nach dem Anpfiff. Aber in solch einem Match kommt Aufgeben ja nicht in Frage. Und deswegen quälte sich Schweinsteiger selbst durch die Verlängerung – mit einem bitteren Ende im Elfmeterschießen. „Schweini“ traf nur den Innenpfosten, der FC Chelsea gewann die Trophäe. Und jetzt diese Verletzung. Man möchte gar nicht erst ins Innenleben eines Bastian Schweinsteigers hineinschauen.

Im französischen Tourrettes kümmerte sich Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt fürsorglich um den Nationalkicker, aber für das Testspiel am Donnerstagabend gegen Israel wird es wohl dennoch nicht reichen für den 27-Jährigen. Trotz allem bleibt Löw gelassen, will kein Risiko eingehen und verweist auf eine Alternative, die er als „kleinen Schweinsteiger“ betitelt. Gemeint ist Ilkay Gündogan vom Meister Borussia Dortmund, einer der bisherigen positiven Überraschungen, der es auch ins endgültige EM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft geschafft hat. Und solange er auf solche Spieler zurückgreifen kann, macht sich Joachim Löw auch keine Sorgen. „Alles ist darauf ausgerichtet, am 9. Juni gegen Portugal auf den Punkt topfit zu sein“, verdeutlicht der Nationaltrainer noch einmal. Dann soll auch die „Wade der Nation“ völlig krampffrei auflaufen.


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