Von Nils Reschke 0
Four More Years!

Barack Obama schlägt Herausforderer Mitt Romney und bleibt US-Präsident

What a night! Was für eine Nacht! In einer rührenden und bewegenden Rede dankte Barack Obama seinen „reizenden jungen Frauen“ (gemeint waren seine zwei Töchter) und seiner Frau Michelle. „Ganz Amerika hat sich in diese First Lady verliebt“, lächelte Obama glücklich und zufrieden – aber auch erschöpft. Die Wahl ist gewonnen.


Am frühen Mittwochmorgen gegen 5.35 Uhr unserer Zeit ging der wohl berühmteste Tweet auf dem sozialen Netzwerk Twitter online, der nur aus drei Worten besteht: „Four more years.“ Darunter ist US-Präsident Barack Obama auf einem Foto zu sehen, wie er erschöpft, die Augen geschlossen, seine Frau Michelle innig in den Arm nimmt. Der ganze Ballast der vergangenen Tage, Wochen und Monate scheint von ihm abgefallen. Die letzten Stunden verlangten Barack Obama dann noch einmal alles ab und waren an Spannung und Dramatik kaum noch zu überbieten. Aber erste afroamerikanische Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten hat es geschafft: Barack Obama wird die USA auch eine weitere Amtszeit als US-Präsident führen. „Yes he can“ – dieser Ansicht waren auch seine Landsleute.

Um 7.35 Uhr war es dann soweit: Begleitet von Frau Michelle und seinen Töchtern Malia Ann und Natasha betrat der alte und neue Präsident Obama in Chicago die Bühne. „Four more years“ schallte es ihm tosend um die Ohren. Der frisch gekürte Präsident dankte seiner Ehefrau, "die ich niemals mehr geliebt habe als jetzt", und auch seinen beiden Töchtern, auf deren Stärke und Schönheit er unglaublich stolz sei. Aber auch im Siegestaumel wollte er ihnen nicht jeden Wunsch erfüllen: "Ein Hund ist genug!". Spätestens da hatte Obama seine Lockerheit, wegen der ihn so viele weltweit bewundern, wiedergefunden.

Auf dem Times Square in New York war da schon die Party im Gange. Ebenfalls vor dem Weißen Haus standen Tausende Menschen, obwohl ja zur Stunde eigentlich niemand da war. Aber die Menschen mussten irgendwo hin mit ihrer Freude.  Mit Romney, der unterlegene Rivale, hatte ungewöhnlich lange mit seiner Rede gewartet. Erst um kurz vor sieben betrat er seine Bühne und gratulierte Obama fair. Da es in vielen Staaten eng wie nie zuging, überprüften Romneys Anwälte offenbar noch alles erdenklich Mögliche, ehe der Herausforderer seine Niederlage dann auch öffentlich eingestand. Zur aktuellen Stunde hatte Barack Obama die 303 Wahlmänner um sich versammelt. Romney kam nur auf 206. Traditionell fehlt noch US-Staat Florida, in dem die Ladenlokale sogar länger als geplant geöffnet hatten, so groß war der Andrang.

„Ihr wart die besten Wahlhelfer in der Geschichte der US-amerikanischen Wahlen“, dankte Barack Obama den Tausenden freiwilligen Helfern. Seinen Wählern hatte er bereits via Twitter seinen Dank ausgesprochen. Zwar schwieg zu dieser Zeit der Twitter-Feed von Mitt Romney, aber in der sechsjährigen Geschichte des Sozialen Netzwerkes waren die diesjährigen US-Wahlen das meistdiskutierte Politik-Ereignis. In einer dramatischen Wahl-Nacht fiel in Ohio eine Art Vorentscheidung, denn dieser hart umkämpfte Swing State ging an Barack Obama. Um exakt 5.15 Uhr erklärten daraufhin auch die US-amerikanischen TV-Anstalten von NBC, Fox, CNN und CBS den Demokraten Barack Obama als Sieger. Yes he can!


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