Von Nils Reschke 0
Raben zittern sich zum Sieg

Baltimore Ravens gewinnen die 47. Super Bowl gegen San Francisco 49ers

Das 47. Endspiel um den Super Bowl in der NFL war auch das Duell zweier Brüder: John Harbaugh, Trainer der Ravens, traf auf seinen jüngeren Bruder Jim, den Coach der 49ers. Aber das war nur eine von vielen kuriosen Geschichten.


Und auf einmal war der Saft weg. Die ersten Scherzbolde vermuteten auf Twitter bereits, Beyonce Knowles habe während beziehungsweise wegen ihrer elektrisierenden Halbzeit-Show für eine entsprechende Überspannung gesorgt. Jedenfalls gingen im Mercedes-Benz Superdome die Lichter aus, als gerade eben erst die zweite Hälfte im 47. Super Bowl angepfiffen worden war. Ihr merkt schon: Das diesjährige Endspiel in der nordamerikanischen Football-Liga NFL hatte es in sich – auch wenn es bis zu diesem Blackout eine einseitige Sache gewesen war. 36 Minuten lang blieb den Fans während des Stromausfalls nämlich Zeit, im Dunkeln zu tappen, was eigentlich mit den San Francisco 49ern los war.

Negativer Höhepunkt aus Sicht der 49ers: Direkt nach der Pause fing Jacoby Jones den Kick-off und war dann auf seinem 109 Yards nicht mehr zu stoppen. Touchdown! In diesem Moment lagen die Baltimore Ravens bereits mit 28:3 in Front und die ersten Fans in Deutschland dürften sich nach diesem längsten Kick-off-Return in der Geschichte des Super Bowl endgültig ins Bett begeben haben. Doch das sollte sich als Fehler erweisen. Denn nachdem im Superdome endlich die Lichter wieder angingen, ging auch San Francisco ein Licht auf. Die 49ern starteten eine unglaubliche Aufholjagd. Bis auf 23:28 kam die fünffache Sieger der Super Bowl bis zum Ende des dritten Viertels heran. Und noch blieb ja eine Viertelstunde Zeit, auch die letzten fünf Punkte noch aufzuholen.

Die Defense der Ravens, die im ersten Abschnitt noch so bombig gestanden hatte, leistete sich nach dem Stromausfall auf einmal auch Fehler und agierte immer nervöser. Im entscheidenden Moment war sie allerdings wieder zur Stelle: Knapp zwei Minuten vor dem Spielende waren die 49ern nur noch fünf Yards von der Endzone Baltimores entfernt, bissen sich in allen vier Versuchen aber die Zähne an den Raben aus.

Die Baltimore Ravens brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und gewannen am Ende 34:31. Dank einer sehr guten Defensive, vor allem aber auch dank einer überraschend starken Offensive. Als MVP nahm Quarterback Flacco schließlich die Trophäe in New Orleans in Empfang – nach einem der dramatischsten Endspiele, die der Super Bowl je gesehen hatte.


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