Von Stephanie Neuberger 1
In Ruhe urlauben

Auch William und Kate haben ein Recht auf Privatsphäre

Die Veröffentlichung der Oben-Ohne Bilder von Kate lösen heftige Diskussionen aus. Wann gehen Fotografen und Magazine zu weit und wann ist die Grenze überschritten? Eine Frage, die gerade hitzig diskutiert wird.


Erst letzte Woche lobte ich die Presse, die mittlerweile ein gutes Verhältnis zum britischen Königshaus hat. Dies gilt aber offensichtlich ausschließlich für die britische Presse. In Frankreich druckte ein Magazin Fotos von Kate ab, auf denen sie kein Bikinioberteil anhat. Ein Skandal, weniger wegen ihrer unbedeckten Brüste, sondern in erster Linie, weil die Frage aufkommt, ob diese Aufnahmen zu weit gehen.

Bilder von Stars in ihrem Urlaub gibt es viele. Doch meist werden sie an Stränden fotografiert. Kate und William wurden unbemerkt in ihrem privaten Urlaub in einem Chateau. Hätte sich Kate ihres Oberteils an einem öffentlichen Strand entledigt, hätte auch ich zugeben müssen, dass sie mit den Fotos hätte rechnen müssen. Aber in den eigenen vier Wände, sei es auch ein Hotel oder ein gemietetes Haus, sollte sich jeder Star sicher und privat fühlen können. Egal ob Royal oder Hollywood-Star, entstehen Bilder in Privaträumen gehen die Aufnahmen zu weit. Dies habe ich auch schon bei den Fotos von Prinz Harry betont. Auch Personen öffentlichen Lebens haben ein Recht auf Privatsphäre.

Seit der Veröffentlichung der Oben-Ohne Bilder habe ich mit Kollegen und Freunden diskutiert. Einige erwähnte, dass Kate selbst schuld sei. Immerhin muss sie damit rechnen, abgelichtet zu werden. Aber gilt dies auch für den privaten Poolbereich oder das Hotelzimmer? Ich denke nicht. Obwohl ich in der Promi-Berichterstattung arbeite, bin ich der Meinung, dass man eine gewissen Grenze wahren muss. Paparazzifotos von Royals und Stars die aus einem Restaurant herauskommen, sind eine Sache. Sie in privaten Räumlichkeiten zu fotografieren, eine andere. Ich kann verstehen, warum das Königshaus rechtliche Schritte prüft. Anzumerken ist auch, dass zwar alle Nachrichtenportale über die Veröffentlichung berichteten, aber kaum einer das Magazincover zeigte. Ob aus Angst vor einer Klage oder weil die Aufnahme auch ihnen zu weit gehen, sei dahingestellt.

Der Palast ist sogar so erzürnt, dass er in einem Statement an Diana erinnert. Ihr Tod wurde aufgrund von aufdringlicher Fotografen mit verschuldet. Ein drastischer Einschnitt in ihr Privatleben und offenbar haben die Fotografen keine Hemmungen mehr, ihrem Sohn und seiner Frau ebenfalls nachzustellen. Für mich steht fest, dass jeder ein Recht auf Privatsphäre hat. Vielleicht sehe ich die Grenzen aufgrund meiner Arbeit lockerer und denke auch, dass Stars und Royals auf öffentlichen Plätzen nun einmal damit rechnen müssen, entdeckt zu werden. Aber wer auf privaten Grund wie Kate und William fotografiert wird, hat ein Recht sich zu wehren. Leider werden die Bilder aus dem Netz nicht so schnell verschwinden. Aber ich würde mir wünschen, dass rücksichtslose Aufnahmen von den Redakteuren abgelehnt werden. Der Fall von Prinzessin Diana darf sich nicht wiederholen.


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