Von Mark Read 2
Ex-Nationalspieler spricht

Arne Friedrich: Schwulen-Gerüchte um seine Person sind "komisch"

Bei der WM 2010 in Südafrika war Arne Friedrich ein absoluter Leistungsträger. Doch danach lief es für den 32-Jährigen weniger gut. Vor kurzem kündigte Friedrich seinen Vertrag beim VfL Wolfsburg und ist seitdem auf Vereinssuche. Er hat also Zeit, sich mit Gerüchten um seine Person auseinander zu setzen. Zum Beispiel dem, er sei homosexuell.


Noch immer ist es ein absolutes Tabu-Thema: Homosexualität im Profifussball. So mancher würde sich endlich ein Outing eines gestandenen Bundesliga-Profis wünschen, damit die Sache ihren „peinlichen“ Beigeschmack verliert. Denn dass es irgendwo Fussballer mit homosexuellen Neigungen gibt, steht außer Frage. Sie trauen sich nur nicht, es zuzugeben, aus Angst, dann als „unmännlich“ gebrandmarkt zu werden.

Einer, dem stets ganz besonders zugetraut wurde, schwul zu sein, ist Arne Friedrich. Dabei ist der Verteidiger, noch vor kurzem ein Leistungsträger in der Nationalmannschaft, seit zehn Jahren glücklich mit Freundin Lynn liiert. Dass die Kombination „Arne Friedrich“ und „schwul“ bei Google trotzdem über 70.000 Treffer ergibt, findet nicht nur Friedrich selbst seltsam.

„Es ist schon sehr komisch, wenn man im Internet Namen als Suchwörter eingibt und da steht dann direkt 'schwul' dahinter“, so Friedrich im Interview mit der rbb-Sendung „Sportplatz“. „Ich habe keinen Spieler erlebt, von dem ich überhaupt meinen könnte, dass der schwul ist, aber wenn es nicht so sein sollte, wäre das auch okay.“

Also auch nicht Philipp Lahm, den einzigen deutschen Spieler, dem offenbar noch mehr Menschen zutrauen, schwul zu sein. Über 100.000 Treffer ergibt eine Suche nach dem Bayern-Kapitän in Verbindung mit „schwul“, dabei ist Lahm seit Sommer 2010 mit seiner langjährigen Freundin Claudia verheiratet. In seinem kürzlich erschienen Buch „Der feine Unterschied“ griff Lahm ebenfalls diese Gerüchte auf und widersprach energisch den Gerüchten, er sei nur zum Schein verheiratet.

Es ist immer wieder erschreckend, wie viel Zeit manche Menschen offenbar darauf verwenden, sich Gerüchte über Prominente auszudenken. Es gab nie Beweise für eine „Schwulencombo“ in der deutschen Nationalelf, trotzdem wurde das Gerücht immer wieder angestachelt. In einem solchen gesellschaftlichen Klima, das Homosexualität als etwas peinliches, fast schon kriminelles anprangert, kann man es wirklich keinem Profi verdenken, dass er sich ein Outing nicht zutraut.


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