Von Nils Reschke 0
Vierschanzentournee

Anders Jacobsen nach Doppelsieg jetzt auch Favorit auf den Tour-Sieg

„That was crazy!“ Alexander Stöckel brachte es auf den Punkt, als die Entscheidung gefallen war. Der Trainer der norwegischen feierte einen nun wahrlich verrückten Verlauf beim zweiten Springen der Vierschanzentournee, die am Neujahrstag Halt in Garmisch Partenkirchen gemacht hatte


Am Ende hatte wieder Anders Jacobsen, einer von Stöckels Schützlingen, die Nase vorn. Haarscharf zwar nur vor dem Top-Favoriten und Sieger von 2012, Gregor Schlierenzauer. Aber es reichte dem kleinen Norweger zum zweiten Erfolg auf dieser Tour. Zu rechnen war damit nach dem ersten Durchgang allerdings nicht.

Wie ein Helikopter, der ins Trudeln gerät, wankte Jacobsen mit den Armen rudernd, bei seinem ersten Durchgang durch die Lüfte. Später zog er sich selbst damit durch den Kakao. „Die erste Runde war mehr wie ein Hubschrauber-Flug“, grinste der freche Norweger. Und trotzdem trug es ihn da noch auf starke 131 Meter. Da staunten selbst die Experten nicht schlecht, wie etwa Dieter Thoma, der gemeinsam mit Matthias Opdenhövel den Wettkampf in Garmisch Partenkirchen in der ARD moderierte: „Wenn der einmal ins Fliegen kommt, dann kommt der gar nicht mehr runter“, wunderte sich das einstige As unter den deutschen Skispringern. Und wenn Anders Jacobsen eben ein Sprung gelingt, bei dem er nicht die rudernden Arme zu Hilfe nehmen muss, dann fliegt er auch gerne mal auf sensationelle 143 Meter.

So wie im zweiten Durchgang, als der Norweger mit dieser Weite den Schanzenrekord gerade einmal nur um 50 Zentimeter verpasste. Bei der Konkurrenz jedenfalls hinterließ dieser weite Satz nachhaltigen Respekt. Keiner konnte Jacobsen anschließend mehr bezwingen. Auch nicht Gregor Schlierenzauer, der nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte. „Die zweite Runde war klasse“, analysierte der Doppelsieger bei der diesjährigen Vierschanzentournee. Doch nun nimmt der Druck zu. Spätestens jetzt ist Anders Jacobsen der große Favorit auf den Gesamtsieg bei der Tour. Wie der Norweger mit der neuen Erwartungshaltung zurecht kommt, muss er schon am Freitag beim dritten Springen in Innsbruck unter Beweis stellen. Ob mit oder ohne „Helikopter-Flug“.


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