Von Mark Read 0

Amy Winehouse: Ihr tragisches Leben und öffentliches Sterben


Einen Schock kann man den Tod von Amy Winehouse nicht nennen, dazu war ihr selbstzerstörerischer Lebensweg zu vorhersehbar. Die Trauer sitzt dennoch tief, denn mit ihr verliert die Musikwelt ein großes Talent. Der "27er-Klub" hingegen hat seit gestern ein neues, prominentes Mitglied.

Janis Joplin, Jimi Hendrix, Kurt Cobain und jetzt auch Amy Winehouse. Sie alle starben mit 27 Jahren, ehe sie ein musikalisches Lebenswerk aufbauen konnten. Winehouse hat es dennoch geschafft, ihren Fans einiges zu hinterlassen, das in Erinnerung bleiben wird. Dazu zählen natürlich ihre beiden Alben, vor allem das gefeierte "Back to Black" und ihre Hitsingles wie "Rehab" und "Tears Dry on Their Own". Doch dazu zählt außerdem auch ein tragisches Leben abseits der Konzertbühne.

Als Winehouse 2006 mit gerade einmal 23 Jahren ihren Megaseller "Back to Black" veröffentlichte, war der Öffentlichkeit das Ausmaß ihrer Alkohol- und Drogenabhängigkeit noch nicht bewusst. Zunächst war sie nur eine großartige Sängerin, die den Sound der 60er Jahre in ein zeitgemäßes Gewand kleidete und mit ihrer Frisur und Kleidern Trends setzte. Erst in den Jahren danach nahmen ihre Alkoholeskapaden immer größeren Raum ein. Zeitweise verging kaum ein Tag ohne eine Nachricht über eine ihrer Kneipentouren oder alternativ über ihre wilde Ehe mit Blake Fielder-Civil.

2007 wurde sie erstmals wegen eines "völligen Erschöpfungszustandes" behandelt, wenig später brach sie auf der Bühne zusammen. Immer häufiger kamen Gerüchte über Magersucht auf, zudem behauptete ihr Vater, dass Amy aufgrund ihres ständigen Tabak- und Crackrauchens ein Lungenemphysem habe. Da passte es ins Bild, dass sie und ihr damaliger Ehemann in Norwegen wegen Drogenbesitzes verhaftet wurden. Spätestens Ende 2007 hatte das chaotische Privatleben der Sängerin ihre musikalische Karriere in der öffentlichen Wahrnehmung klar überholt.

Ihr Weg in den Tod war, so klar muss man es leider sagen, vorhergezeichnet. Als sie Anfang Juni diesen Jahres ihren Bühnen-Comebackversuch in Belgrad katastrophal in den Sand setzte und betrunken über die Bühne wankte, kaum fähig, ihre eigenen Songs zu singen, musste jedem klar werden, wie schlimm es um Amy Winehouse bestellt war. Sämtliche Entzugsversuche scheiterten, sämtliche Ratschläge prallten ihr ab. Wohl noch nie konnte die Öffentlichkeit so genau beim Sterben eines Menschen zusehen. Am 23. Juli 2011 hat Winehouses Leben ein viel zu frühes, aber leider logisches Ende gefunden. Es bleibt dieser tollen Musikerin zu wünschen, dass in der Nachbetrachtung wieder ihre Musik im Mittelpunkt stehen wird. In seiner Kolumne für die englische "Sun" bringt es der Journalist Gordon Smart auf den Punkt: "Der tragische Tod von Amy Winehouse ist einer der dunkelsten Tage in der britischen Musikgeschichte. Sie war ein Riesentalent mit einer glorreichen Zukunft. Der Gedanke, dass sie nie die Chance haben wird, ihr Potenzial zu verwirklichen, ist grauenhaft."


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