Von Nils Reschke 0
EM 2012 Gruppe D

Altmeister Shevchenko lässt die Ukraine gegen Schweden doppelt jubeln

Was für eine zweite Hälfte in Kiew! Als Schweden durch Ibrahimovic in Führung gegangen war, probten die ersten Experten den Abgesang auf den EM-Gastgeber. Doch die Ukraine schlug gnadenlos zurück und feierte am Ende einen 2:1-Sieg gegen die Skandinavier.


Jetzt ist auch der EM-Gastgeber Ukraine endlich im Turnier angekommen. Und dass sich das Olympiastadion in Kiew am Montagabend in einen Hexenkessel verwandelte, war vor allem die „Schuld“ zweier Männer, die für ihre tollkühne Aktion belächelt wurden. Oleh Blokhin hatte Andrij Shevchenko in den Kader der Ukraine berufen. Dafür erntete der Nationalcoach reichlich Spott, Häme und auch Kritik. Shevchenko aber stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er trotz seiner mittlerweile 35 Jahre noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Und die Leidtragenden waren die Schweden, die wegen seines Doppelpacks das zweite Spiel in der Gruppe D mit 1:2 verloren.

Dabei hatte alles recht ordentlich begonnen für die Skandinavier. Zugegeben, im ersten Durchgang blieben sie weit hinter den Erwartungen zurück. Da war wenig zu sehen vom spielerischen Glanz, mit dem sie ihre Qualifikationsgruppe für die EM 2012 noch aufgemischt hatten und am letzten Spieltag sogar den Niederlanden beim 3:2 die erste Niederlage beigebracht hatten. Beim EM-Auftakt tat sich Schweden aber schwer und kam erst spät in Fahrt. In der 39. Minute wäre es um ein Haar passiert, aber Zlatan Ibrahimovic traf nur den Pfosten. Besser begann der zweite Durchgang dann aber für die Mannschaft aus dem hohen Norden. Nach einem Warnschuss von Markus Rosenberg, der von der Ukraine im letzten Moment noch abgeblockt wurde, war dann doch Zlatan Ibrahimovic zur Stelle (51.). Schweden lag 1:0 in Front, die Ukraine war gefordert.

Und tatsächlich kämpften sich die Gastgeber zurück in diese Partie. Warum? Weil Andrij Shevchenko eben immer noch weiß, wo der Kasten steht. Erstaunlich war an seinem Doppelpack aber vor allem, dass sich der einstige Weltklassestürmer vom AC Mailand ausgerechnet gegen die sonst so kopfballstarken Gegner eben per Kopfball durchsetzte. Erst verwertete Shevchenko die Flanke von Yarmolenko zum Ausgleich (55.), danach war der ukrainische Angreifer bei einem Eckball zur Stelle, der von Nazarenko an den kurzen Pfosten geschlagen wurde (61.). Und die Ukraine lag urplötzlich in Front! Die Schweden wussten nicht so recht, wie ihnen geschah – dann starteten sie ihre Schlussoffensive, die trotz einiger guter Möglichkeiten allerdings nicht vom Erfolg gekrönt war. Und so jubelte die Ukraine über ihren ersten Sieg.


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