Von Nils Reschke 0
Beim Teutates!

Albert Uderzo: Der Vater von Asterix und Obelix wird 85

Seitdem ein kleiner Gallier mit seinem dicken Freund („Wer ist hier dick?“) sein Unwesen treibt, wissen nicht nur Comic-Fans: „Die spinnen, die Römer!“ Der Schöpfer von Asterix und Obelix, Albert Uderzo, feiert seinen 85. Geburtstag.


Vor erst zweieinhalb Jahren bejubelten Fans von Asterix und Obelix deren runden 50. Geburtstag. Heute feiert ihr „Vater“ seinen Ehrentag. Der geniale Zeichner Albert Uderzo wird 85. Und auch, wenn der Franzose die Comics rund um die tapferen Gallier heute nicht mehr selbst zeichnet, so arbeitet er dennoch an ihnen mit und hat quasi das letzte Wort. Im November 2011 gab er offiziell sein Erbe weiter. Er sei ein wenig müde geworden, begründete Uderzo seinen Entschluss: „Das geht jetzt seit 52 Jahren so. Es sind anstrengende Jahre gewesen.“ Er wolle die Geschichten nun jüngeren Autoren überlassen mit ausreichend Talent, das Werk fortzusetzen. Als Zeichner sind nun Frederic und Thierry Mebarki, als Texter Jean-Yves Ferri am Zug.

Sein Entschluss reifte möglicherweise auch nach der barschen Kritik, die vor allem Band 33 „Gefahr für Gallien“ geerntet hatte. Asterix, Obelix und ihre Freunde bekommen Besuch von Außerirdischen? Eine abstruse Idee, der jeglicher Charme, den die Abenteuer sonst so auszeichnete, abhanden gekommen war. Mit dieser Art von Kritik musste Albert Uderzo ohnehin immer leben, seitdem 1977 sein kongenialer Partner und Texter Rene Goscinny verstarb. Damals überlegte Uderzo schon, die Serie zu beenden. Die Folge waren wütende Proteste und Briefe von Asterix-Fans, die ihm mitteilten, er habe nicht das Recht dazu, den Gallier einfach so das Zeitliche segnen zu lassen. Also fanden die Geschichten mit Band 24 „Asterix bei den Belgiern“ glücklicherweise eine Fortsetzung.

Also machte er weiter, auch ohne Goscinny, mit dem er einst die unbeugsamen Gallier erfunden hatte. „Wir wollten uns amüsieren“, erzählt Uderzo, der schon mit 14 Jahren mit dem Zeichnen begann. Und so sei dann Asterix entstanden. Die ersten drei Bände „Asterix der Gallier“, „Die goldene Sichel“ und „Asterix bei den Goten“, die in Deutschland in einer anderen Reihenfolge erschienen, zeigen Uderzos Zeichnungen noch merklich unsicher. Mit „Asterix als Gladiator“ begannen die Comics dann, immer detailverliebter zu werden und wurden zu Meilensteinen.

Und wie entstand eigentlich das berühmt-berüchtigte gallische Dorf, das den Römern seit jeher erbitterten Widerstand leistet dank des Zaubertranks von Miraculix – natürlich nicht für Obelix, der als kleines Kind in den Kessel mit dem magischen Getränk gefallen ist? „Viel Pastis getrunken und Zigaretten geraucht“ wurden, dann sei die Geschichte in einer Viertelstunde schon perfekt gewesen, erzählt der Jubilar Uderzo. „Ein Chef, ein Druide, ein Barde und gallische Krieger“, so sei das Dorf entstanden. Bis heute behauptet übrigens Erquy, ein kleiner Fleck Erde im Departement Cotes-d’Armor, hartnäckig wie die Gallier, Pate für das Dorf gewesen zu sein.

Was aber genau macht den Charme der Alben aus, die Uderzo und Goscinny schufen? Abgesehen vom Wortwitz, für den bis zu seinem Tod Rene Goscinny verantwortlich war, sind es die liebevollen Karikaturen, die in den Abenteuern immer wieder mehr oder weniger versteckt auftauchen. Bei „Asterix bei den Briten“ spielen gerade die Beatles ein Konzert. In „Asterix in Spaniern“ sind Don Quijote und Sancho Pansa zu sehen. Und in „Obelix GmbH & Co. KG“ mühen sich zwei ungeschickte Legionäre mit den Hinkelsteinen ab, die Stan Laurel und Oliver Hardy zum Verwechseln ähnlich sehen.

Im Oktober erscheint anlässlich zum Filmstart von „Asterix & Obelix: Im Auftrag ihrer Majestät“ eine Neuauflage von „Asterix bei den Briten“, bei der Albert Uderzo für eine neue Coverillustration verantwortlich zeichnet. Ein neues Abenteuer, der Albert Uderzo dann nur noch in seiner Entwicklung überwacht hat, ist zum Ende des Jahres geplant. Beim Teutates!


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