Von Nils Reschke 0
Sido redet Klartext

"Absolute Mehrheit" für Rapper Sido: 300.000 Euro Preisgeld

In der Musik ist Sido ohnehin ein Mann der klaren Worte. Aber auch in der Polit-Talkshow „Absolute Mehrheit“ nahm der Berliner kein Blatt vor dem Mund.


Als gar nichts mehr ging, nahm Stefan Raab die Sache selbst in die Hand. Er rief eine Casting-Show ins Leben, entdeckte Lena – und holte mit ihr den Sieg beim Eurovision Song Contest. Stefan Raab erfand mit „Schlag den Raab“ auch die traditionelle Samstagabend-Show neu. Und mit „Absolute Mehrheit“ betrat das Kölner Multitalent einmal mehr ungewohntes Terrain: Den politischen Talk wollte Raab revolutionieren. Am Sonntag lief Ausgabe Nummer drei von „Absolute Mehrheit“ – und die holte der Berliner Rapper Sido mit 56,5 Prozent zum ersten Mal in der Show. Zur Belohnung gab es 300.000 Euro Hauptgewinn, die Sido nun einem Projekt stiften kann. Wofür? Das verriet der Berliner in der Show selbst noch nicht.

„Absolute Mehrheit“ ist sicherlich ein spannendes Konzept, das Stefan Raab da ins Leben gerufen hat. Allerdings schadet der Polit-Talk sich selbst, wenn er unbedingt drei Themen in der dafür recht knapp bemessenen Sendezeit unterbringen will. Die Diskussion darüber, ob weiche Drogen legalisiert werden sollten, hätte vermutlich ausreichend Gesprächsstoff zur Diskussion geboten, doch es musste ja unter anderem auch noch über ein Wahlrecht ab 16 Jahren gesprochen werden. Das tat „Absolute Mehrheit“ nicht gut. Wie dem auch sei – Sido vertrat eine klare Meinung: „Entweder, man verbietet Alkohol, Tabak und den ganzen Kram oder man ändert die Gras-Gesetze“, äußerte er sich in der Show. Der Rapper kam zu dem Schluss, man müsse in diesem Punkt konsequent sein.

Sido weiter: „Ich bin dafür, dass es für Gras gewisse Regeln gibt.“ Die Linke-Politikerin Lay sprang ihm zur Seite: „Wir brauchen einen entspannteren Umgang mit Cannabis.“ Denn durch Verbote – so die Politikerin – würde lediglich eine Kriminalisierung von Jugendlichen die Konsequenz sein. Das sah CDU-Mann Jens Spahn ganz anders und schoss auch gegen Sido. Man solle ehrlich miteinander sein. „Wer in Deutschland sein Eigenportiönchen zum Kiffen haben will, der hat es doch im Zweifel auch. Sido hat doch offensichtlich, was er braucht.“ Und SPD-Politiker Heinz Buschkowsky, Neuköllns Bezirksbürgermeister, sagte: „Die Gesellschaft muss auch aufpassen, dass sie sich nicht zu Tode legalisiert.“ Punkten konnte auch er damit nicht. Am Ende stand Sido auf dem Treppchen. Mit einer absoluten Mehrheit in „Absolute Mehrheit“.


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