Von Nils Reschke 0
Olympische Spiele 2012

Abschlussfeier in London: Ein Musik-Spektakel der Superlative

Das waren sie also, die 30. Olympischen Spiele in London. Eine Athletin aus Litauen holte die letzte Goldmedaille der Wettkämpfe, denn Laura Asadauskaite gewann den modernen Fünfkampf. Und nachdem also alle Medaillen vergeben waren, konnte auch die Bühne freigegeben werden für eine fulminante Abschlussfeier, die an ein großes Rock- und Popkonzert erinnerte.


Bei der großen Abschlussfeier gaben sich die Stars der Musikbranche im Olympiastadion die Klinke in die Hand. Nach einem kurzen Eröffnungsgesang betraten der Chef des Olympischen Komitees, Jacques Rogge, und Prinz Harry ihre Ehrenloge. Die britische Hymne wurde gespielt. Und nach „God Save The Queen“ durfte es losgehen mit dem musikalischen Feuerwerk.

Den Auftakt machten Madness mit ihrem Klassiker „Our House“. Dann waren die Pet Shop Boys dran – und wenn eine solch renommierte Band derart früh im Programm auftritt, so war das ein Indiz dafür, welche grandiosen Live-Acts da noch folgen sollten. Für Neil Tennant und Chris Lowe blieb allerdings nur die Zeit, ihre „West End Girls“ zu präsentieren, denn im rasanten Tempo ging es weiter. Die Darbietungen glichen auch einem Ritt durch die Generationen. Denn über One Direction, eine Boygroup, die bei der britischen X-Factor-Ausgabe Berühmtheit erlangte, ging es weiter mit Ray Davies, dem einstigen Frontmann der Kinks, der den Klassiker „Waterloo Sunset“ und damit die ganz großen Gefühle zum Besten gab. Selbst verstorbene Musikgrößen wie John Lennon und Queen-Sänger Freddy Mercury wurden per Video ins Stadion geholt. Was für Gänsehautmomente in London!

Das war aber erst der Anfang. Es folgte George Michael mit seinem „Freedom“. Dicht dahinter gab sich dann David Bowie die Ehre. Zu „Fashion“ liefen Topmodels wie Passend zum Thema mit dem Song "Fashion". Flankiert von einigen britischen Supermodels wie Naomi Campbell und Kate Moss  ein, ehe der Staffelstab dann schnell weitergereicht wurde an Annie Lennox, ehe Ed Sheeran mit einem Klassiker von Pink Floyd zum Ausdruck brachte: „Wish You Were Here“. Angesichts dieses Staraufgebot werden sich nicht wenige TV-Zuschauer gedacht haben: „Richtig, wäre ich jetzt bloß dort, im Londoner Olympiastadion.“ Doch keine Zeit für Mitleid. Nach Russell Brand nahm Fat Boy Slim mit „Funk Soul Brother“ die Bühne ein, um sogleich wieder von Jessie J abgelöst zu werden. Ihr wisst schon: „It´s All About The Money“. Die gute Jessie durfte nach „Price Tag“ kurz darauf noch einmal ran, denn Queen-Gitarrist Brian May stand bereit um „We Will Rock You“ zu intonieren, während Roger Taylor kräftig auf die Drums einhämmerte. Dazu Live-Mitschnitte von Freddy Mercury vom legendären Wembley-Konzert anno 1988. Was für ein Fest!

Da durfte natürlich die Britpop-Hymne schlechthin nicht fehlen. Liam Gallagher stimmte mit seiner neuen Band Beady Eye zu „Wonderwall“ an, und ein ganzes Stadion sang mit. Atemberaubend, zumal jetzt steil auf die Zielgerade eingebogen wurde. Da waren sie endlich: Die Spice Girls! Chauffiert – ganz britisch eben – wurden die fünf Ladys in einem Mini, um ein Medley ihrer bekanntesten Hits zu performen. Und sie hatten sichtlich Spaß dabei, ganz so wie die Zuschauer, die dann schmunzeln durften. Bühne frei für Eric Idle, einem der weltbekannten Komiker-Truppe Monty Python, der dem Publikum ein für alle Mal klar machte: „Always look on the bright side of life“. Zeit für Muse, die den offiziellen Olympia-Song interpretierten. Schade eigentlich, dass wir „Survival“ viel zu selten gehört haben während der Spiele.

Ein Großteil des Mammutprogramms war damit absolviert. Zeit für die griechische Hymne, die Olympische Flagge wurde an den kommenden Gastgeber aus Brasilien übergeben, natürlich durfte auch die brasilianische Nationalhymne deswegen nicht fehlen. Vorhang auf also für ganz viel Samba – und natürlich für die Fußball-Legende Pele. Jacques Rogge lobte die britischen Gastgeber für „17 unvergessliche Tage“ – und das waren es wirklich. Für den Schlussakkord hatten sich die Veranstalter dann noch Take That – ohne Robbie Williams – aufgehoben, ehe es bei The Who noch einmal ganz laut wurde: „Talk About My Generation!“  Werden wir, versprochen, und ganz gewiss können wir den nachfolgenden Generationen von diesen fantastischen Olympischen Spielen erzählen. What a show!


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