Von Nils Reschke 0
Champions League

2:1! Borussia Dortmund zeigt Cristiano Ronaldo und Co. die lange Nase

Was für ein Fest im Signal-Iduna-Park! Der BVB hat den Champions-Test endgültig bestanden und schickte die Stars rund um Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und Co. mit 1:2 (0:1) nach Hause. Was für ein gelb-schwarz-goldener Festakt. Hut ab, Borussia!


Borussia Dortmund hat es allen gezeigt! Vor allem aber natürlich den selbsternannten Königlichen, denen im Signal-Iduna-Park dieses Mal aber nur die Statistenrolle blieb. Denn der Deutsche Meister besiegte Real Madrid in der Gruppe D der Champions League verdientermaßen mit 2:1 (1:1) und sorgte dafür, dass bei den Madrilenen in viele lange Gesichter geschaut werden konnte. Das hatten sich die Superstars von Real sicherlich ganz anders vorgestellt. So aber müssen sie nun den ersten Rang in dieser starken Gruppe an den BVB abgeben, der die Tabellenführung mit sieben Punkten übernahm. Im Parallelmatch übrigens besiegte Ajax Amsterdam das Team von Manchester City mit 3:1.

Die Ausgangslage, wie sie sich jetzt für die Mannschaft von Jürgen Klopp darstellt, könnte also kaum besser sein. Und der Übungsleiter stellte klipp und klar fest: „Sollte irgendwann jemand anfangen, am Charakter dieser Mannschaft zu zweifeln, würde er sofort meinen Respekt verlieren. Die Jungs verlangen sich immer alles ab.“ Glück hatte Borussia Dortmund in der Anfangsphase, als Cristiano Ronaldo sich über links durchgesetzt hatte, seine scharfe Hereingabe aber von Mesut Özil knapp verpasst wurde (25.). Zu diesem Zeitpunkt stand der zweite deutsche Nationalspieler, Sami Khedira, schon gar nicht mehr auf dem Feld. Der Mittelfeldakteur schied nach 20 Minuten verletzungsbedingt aus.

Ansonsten deutete sich aber schon im ersten Durchgang an: Der BVB spielt nicht nur gut mit, ergreift selbst die Initiative, zeigt sich nicht eingeschüchtert und probiert alles, gegen Madrid zu bestehen. Kurz nach der besten Real-Chance folgte der große Auftritt von Sebastian Kehl, der aus dem Hinterhalt einen tollen Schuss abfeuerte, aber feststellen musste, dass da noch im Real-Kasten ein Weltklasse-Keeper stand: Iker Casillas parierte sensationell und lenkte den Ball noch über die Latte (27.). Als sich die Pause näherte, erlebte der natürlich restlos ausverkaufte Signal-Iduna-Park seinen vorläufigen Höhepunkt. Der BVB lauerte auf Fehler der Madrilenen, und die machte Real auch. Allen voran Pepe, der einen katastrophalen Fehlpass spielte, den Sebastian Kehl nutzte, um direkt steil auf Robert Lewandowski zu spielen. Der polnische Nationalstürmer ließ sich nicht zwei Mal bitten und schloss unbarmherzig zum 1:0 ab (36.).

Der Jubel aber erstickte prompt, denn Real Madrid zeichnet eben immer noch als Klasseteam aus, dass man sofort auf solche unplanmäßige Szenen reagieren kann. Ein sensationeller Pass von Mesut Özil genau in den Lauf von Cristiano Ronaldo verwertete der portugiesische Superstar mit feinster Technik zum direkten Ausgleich. Für Ronaldo war es schon sein aktuell fünfter Treffer in der Champions League. Jubeln wollte CR7 aber nicht wirklich. Seine Geste mit den Händen sollte wohl so viel bedeuten wie: Ganz ruhig, es ist nichts passiert, wir sind immer noch da. Wir sind Real Madrid. Doch irgendwie konnte man sich des Eindrucks nicht verwehren: Diese bestbezahlten Fußballer können den Gedanken nicht ganz abhaken, dass hier in Dortmund rein gar nichts anbrennen könne. Ein Stück weit lässig, etwas arrogant traten die Königlichen also auch im zweiten Abschnitt auf. Dass sollte sich gegen kampfstarke Dortmunder dann rächen.

Nach einer furiosen Anfangsphase in Durchgang zwei dann die erneute BVB-Führung: Nach einem tollen Solo von Mario Götze konnte Casillas das Leder nicht entscheidend aus der Gefahrenzone bugsieren. Stattdessen landete es bei Marcel Schmelzer, der Maß nahm und exakt ins untere Eck traf (64.)! Auch wenn Jose Mourinho noch Gonzalo Higuain als frischen Stürmer brachte, gelang es Real Madrid nicht mehr, die Borussia aus Dortmund entscheidend unter Druck zu setzen. Der Deutsche Meister rettete den Vorsprung über die Zeit und durfte sich feiern lassen. Nach dem 1:1 in Manchester sorgte die Klopp-Elf für das nächste große Ausrufezeichen. Heja, BVB!


Teilen:
Geh auf die Seite von: